Nach dem Urteil des OLG Frankfurt im Januar gemäß dem Leiharbeiter, die bei privaten Unternehmen angestellt, sind, keine hoheitlichen Aufgaben des Staates wie u.a Verkehrskontrollen übernehmen dürfen, hatte die Stadt Frankfurt umgehend den Einsatz von Zeitarbeitnehmern zu Zwecken der Verkehrskontrolle gestoppt. Laut eines Berichts der Stadt waren die Zeitarbeitnehmer für 85 Prozent der Einnahmen durch Buß- und Verwarngeld verantwortlich. Durch den Wegfall rechne man in diesem Jahr mit nur 10,9 Millionen Einnahmen im Vergleich zu 14 Millionen aus dem letzten Jahr.
Der Berliner Senat sieht vor allem die Privilegierung von Zeitarbeitskräften als schädlich für die Pflege. Er teile nicht die Sorge, dass sich der Fachkräftemangel in der Pflege durch eine Eindämmung der Zeitarbeit verschlimmern könnte. Die Senatsverwaltung sähe allerdings auch die Notwendigkeit einer besseren Vergütung: „Allerdings sollen diese Verbesserungen allen Pflegekräften zugutekommen. Die Bevorzugung einer Gruppe von Pflegekräften wird abgelehnt.“
Der junge Personaldienstleister Studitemps ist in den letzten Jahrern stetig gewachsen und hat mittlerweile 400 interne Mitarbeiter an 23 Standorten in Deutschland. Aber auch in der Coronakrise kann sich das Unternehmen behaupten. Laut Benjamin Roos, Gründer von Studitemps, sei die Nachfrage nach studentischen Hilfskräften insgesamt 78 Prozent höher als im Vorjahr, obwohl teilweise Aufträge aus bestimmten Bereichen wie Mode und Technik komplett weggebrochen seien. Gleichzeitig bewerben sich 7000 Studenten pro Woche bei studitemps mit steigender Tendenz.
Seit Dezember hatte ein 42-jähriger Epresser mehrere Drohbriefe deutschlandweit an große Zeitarbeitsfirmen versendet mit dem Ziel Millionenbeträge abzukassieren. Dank intensiver Ermittlungsarbeit konnte der Täter inzwischen ausfindig gemacht werden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Dort hat er die Tat aufgrund der Beweislast mittlerweile gestanden. Ihm drohen 15 Jahre Haft.
Nach massivem Protesten von Seiten der Gesundheitspolitiker, Ärzteverbände, Gewerkschaften und Verbraucherschützer über die am 17.04.2020 zurückgenommene Sonderegelung der telefonischen Krankmeldung will der Gemeinsame Bundesausschusses im Gesundheitswesen (G-BA) erneut beraten und mit "hoher Wahrscheinlichkeit" die Sonderegelung weiter zulassen. Bis zur endgültigen Entscheidung könne weiterhin die telefonische Krankmeldung genutzt werden.
Im Interview mit der Wirtschaftswoche spricht Ingrid Hofmann, Geschäftsführerin und Inhaberin des fünftgrößten Zeitarbeitsunternehmens I.K. Hofmann, über die Folgen der Coronakrise für die Branche und welche Perspektiven sie für die Zeit danach sieht.
Sicherheit und Gesundheitsschutz haben oberste Priorität, wenn es um Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie geht. Dem Arbeitsschutz kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat dazu heute gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Dr. Stefan Hussy, den Arbeitsschutzstandard COVID 19 vorgestellt. Dieser formuliert konkrete Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeiten der Corona-Krise.
Zeitarbeitsunternehmen leiden aktuell besonders unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Zeitarbeit ist klassischerweise die erste Branche, die von Wirtschaftseinbrüchen betroffen ist. Laut einer Umfrage des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) unter seinen Mitgliedsunternehmen sind 88 Prozent der Unternehmen von coronabedingten Personal-Abmeldungen durch die Einsatz-Unternehmen betroffen. Knapp 70 Prozent davon konnten keine neuen Aufträge akquirieren. Ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) schätzt die Corona-Krise sogar „existenzgefährdend“ ein.
Durch die Coronakrise erlebt die Kreutfahrtindustrie eine sehr starken Einbruch. Das führt auch die Meyer Werft in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Das Stammpersonal fürchtet nun in der Krise durch ausländische Zeitarbeitnehmer ersetzt zu werden. Zwischen dem Betriebsrat und der Führung der Meyer Werft ist ein Streit ausgebrochen, der nun auch vor Gericht geht. Der Betriebsrat fordert zur Jobsicherung der Stammbelegschaft u.a. die Einführung von Kurzarbeit. Die Geschäftsleitung will in Schichtarbeit voll weiterarbeiten. Man vermutet als einen Grund für diese Entscheidung, dass ausländische Zeitarbeitnehmer keinen Anspruch auf Kurzarbeit haben und dann der Werft nicht mehr zur Verfügung stehen würden.
Eine repräsentative Blitzumfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall unter den Mitgliedsunternehmen der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie verdeutlicht das wirtschaftliche Ausmaß der Krise: 83 Prozent aller befragten Unternehmen melden Einschränkungen der Produktion, fast ein Drittel (30,9 Prozent) sogar sehr starke oder starke Einschränkungen. Als Gründe nennen 57 Prozent die fehlende Nachfrage, 36 Prozent fehlende Arbeitskräfte etwa durch Krankheit und fehlende Kinderbetreuung und 32 Prozent fehlende Teile oder Material. In der Folge nutzen heute bereits 42,7 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit. "Die Ergebnisse der Umfrage belegen, wie ernst die Lage ist", betont Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger. Umso wichtiger sei es weiterhin, die Liquidität der Unternehmen zu sichern.
Der Personaldienstleister studitemps vermittelt Studenten an Unternehmen und profitiert in der der Coronakrise von einem deutlichen Anstieg der Bewerbungen und des Bedarfs an flexiblen Arbeitskräften. Im März konnte Studitemps 57.000 Jobeinsätze an Studierende vermitteln. Überlicherweise lägen die Zahlen bei durchschnittlich 32.000 Vermittlungen. In einigen Bereichen verzeichne man sogar ein Plus von über 450 Prozent bei den Vermittlungszahlen. Besonders gebraucht würden aktuell Warenverräumer, Verkaufshilfen, Auslieferungsfahrer und Logistikhelfer.
Die Krise sorgt für Wirbel auf dem Arbeitsmarkt und sorgt in bestimmten Branchen wie der Gastronomie oder im Messebreich für einen Einbruch des Arbeitskräftebedarfs. Andere Bereiche der Wirtschaft suchen dringend benötigtes Personal, weil die Nachfrage enorm ansteigt. Wie Vertreter von iGZ und BAP betonen, kann die Zeitarbeit als Personalvermittler hier ihre Stärken ausspielen. Zudem biete sich die Chance den oftmals schlechten Ruf der Zeitarbeit zu verbessern. Besonders studentische Kräfte sind aktuell sehr gefragt, berichtet der Plattformbetreiber studitemps, auch wenn die Nachfrage nun in anderen Wirschaftszeigen angesiedelt ist als üblicherweise.
Die Business-to-Business-Dienstleistungsunternehmen (B2B) befinden sich im Krisenmodus. Nach einer aktuellen Online-Befragung des Marktforschungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim, gaben 96 Prozent der Teilnehmer an, komplett (65 %) oder teilweise (31 %) einen Krisenplan umgesetzt zu haben. Hauptgründe für die Maßnahmen sind die zu erwartenden Umsatzverluste durch COVID-19, aber auch Prozessanpassungen aufgrund von Home-Office-Regelungen, Ausfall von Kundenmeetings und Events sowie Verschiebung von Projekten und Budgets. 89 Prozent der Studienteilnehmer rechnen im Geschäftsjahr 2020 mit negativen Abweichungen vom geplanten Jahresumsatz – hier erwartet jeder Zweite einen Rückgang um mehr als 10 Prozent. Am stärksten betroffen sind Anbieter von Zeitarbeit und Personaldienstleistung sowie Consultants. Neben diesen Branchen wurden auch Wirtschaftsprüfer, IT-Berater sowie Facility-Management- (FM) und Instandhaltungs-Unternehmen in die Analyse einbezogen.
Die Coronakrise trifft die Verleiher schwer. Viele Unternehmen aus der Branche versuchen ihr Personal aufgrund der deutlichen Rückgänge durch Kurzarbeit zu halten, damit nach der Krise wieder durchgestartet werden kann.
Die Zeitarbeitbranche leidet unter den Auswirkungen der Coronakrise. Zwar hat die Bundesregierung innerhalb der Krisenzeit für Zeitarbeitnehmer das Kurzarbeitergeld möglich gemacht, gleichzeitig aber auch Unternehmen ohne AÜG-Erlaubnis das Überlassen von Personal an andere Firmen erlaubt. Dadurch triftt die Krise die Zeitarbeitsbranche gleich doppelt: Auf der einen Seite brechen wichtige Einsatzfelder wie im Event- und Messebereich oder in der Gastronomie weg, auf der anderen Seite müssen sich Zeitarbeitsunternehmen nun gegen eine wachsende Zahl an gesetzlich unregulierten Mitbewerbern behaupten.
Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie wird bald drastisch steigen. 25,6 Prozent aller Firmen erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten waren es erst 15,3 Prozent. Das geht aus der neuesten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Überdurchschnittlich betroffen sind die Schlüsselbranchen Automobile (41 Prozent), Maschinenbau (33 Prozent) und Elektro (32 Prozent).
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im März gegenüber dem Vormonat um 1,5 Punkte auf 100,4 Punkte gefallen. Das ist der stärkste Rückgang in einem Monat seit Bestehen des Frühindikators des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dabei fand die dem IAB-Arbeitsmarktbarometer zugrundeliegende Befragung der Arbeitsagenturen noch überwiegend vor den einschneidenden Corona-Eindämmungsmaßnahmen statt.
Die am 28.2. 2020 vom Berliner Senat eingebrachte Entschließung für den Bundesrat „Die Situation in allen Bereichen der Pflege spürbar verbessern – Kein Ersatz von festangestellten Pflegekräften durch Leiharbeitskräfte“ ist von den federführenden Ausschüssen „Arbeit und Soziales“ und „Gesundheit“ auf „Wiedervorlage“ verschoben worden. Danach kommt es bei der Sitzung des Bundesrats am 27. März nicht zur Behandlung. Die Entscheidung fiel mit 16:0 Stimmen eindeutig aus.
Um große existenzbedrohende Folgen durch die Covid-19-Pandemie abzuwenden, hat der deutsche Bundestag dem "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie" zugestimmt. Der Gesetzgeber wird somit bis auf Weiteres stark in das Rechtssystem eingreifen. Der Bundesrat wird das Gesetz am 27.03.2020 genehmigen.
Kurz vor Jahresende, am 19. Dezember 2019, konnte die Amadeus FiRe AG 100 Prozent der Anteile an der Comcave Holding GmbH erwerben. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Amadeus FiRe Gruppe für das Geschäftsjahr 2019 sind Comcave-Geschäftszahlen aufgrund des sehr späten Erwerbszeitpunktes nicht enthalten, sondern werden erst mit Beginn des Geschäftsjahres 2020 einbezogen. Im Geschäftsjahr 2019 konnte die Amadeus FiRe Gruppe einen konsolidierten Umsatz von EUR 233,1 Mio. erzielen (Vorjahr: EUR 205,8 Mio.). Dies entspricht einer Steigerung um 13,3 Prozent. Alle Dienstleistungsbereiche konnten positiv zu der Umsatzentwicklung beitragen. Die finanziellen Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2020 sind aufgrund der fortschreitenden Ausbreitung und der nicht absehbaren Dauer der Pandemie derzeit nicht quantifizierbar. Der Vorstand wird die Lage neu bewerten, sobald ihm belastbare Informationen vorliegen. Zur weiteren Verbesserung des finanziellen Handlungsspielraumes der Gesellschaft in dieser außergewöhnlichen Situation haben der Vorstand und der Aufsichtsrat beschlossen, der Hauptversammlung die Aussetzung der Dividendenzahlung vorzuschlagen.
Um Arbeitgeber in der aktuellen Situation bei den Anzeigen zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zu unterstützen, akzeptieren Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Integrations- und Inklusionsämter das Anzeigen für das Anzeigenjahr 2019 auch nach dem 31. März 2020 bis spätestens 30. Juni 2020. Gleiches gilt für die Zahlung der Ausgleichsabgabe. Das bedeutet, dass die BA bis zu diesem Zeitpunkt keine Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen einer verspäteten Abgabe einleiten wird und die Integrations- und Inklusionsämter für die Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 keine Säumniszuschläge erheben werden.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen