Früher boomte die Zeitarbeit: 2017 arbeiteten mehr als eine Million Menschen in Deutschland als Leiharbeiter. Gleichzeitig stand die Branche wegen Niedriglöhnen und schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Nach politischen Eingriffen kämpft die Zeitarbeit heute vor allem mit den Folgen der schwachen Wirtschaft.
Die geplante steuerfreie Entlastungsprämie für Arbeitnehmer ist vorerst gescheitert: Der Bundesrat verweigerte dem bereits vom Bundestag beschlossenen Gesetz die Zustimmung.
Mehr als 2.900 Zollbeamte haben bundesweit Depots und Verteilzentren der Paketbranche kontrolliert und dabei nach ersten Erkenntnissen zahlreiche Verdachtsfälle festgestellt. Im Fokus standen laut Generalzolldirektion Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung sowie Verstöße gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Besonders kritisch bewerten die Behörden den Einsatz von Subunternehmerketten, bei denen Arbeitszeiten teils unvollständig erfasst und Sozialabgaben mutmaßlich umgangen werden. Nach Angaben des Zolls folgen nun vertiefte Prüfungen von Lohn- und Geschäftsunterlagen der betroffenen Unternehmen.
Nach Angaben von Werksleiter André Thierig soll der Krankenstand bei Tesla auf unter fünf Prozent gesunken sein. Im Sommer 2024 lag dieser noch bei 17 Prozent. Laut Recherchen des „Handelsblatts“ schickt Tesla Schreiben an Mitarbeiter, die länger krank sind. In diesen Briefen kündigt der Konzern an, die Lohnfortzahlung zu stoppen. Die betroffenen Mitarbeiter werden zudem aufgefordert ihre Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden und ihre Krankengeschichte offenzulegen. Arbeitsrechtler kritisieren diese Forderungen. Der Bonner Arbeitsrechtsprofessor Gregor Thüsing hält diese für „juristisch hoch umstritten“.
Das Bundesverfassungsgericht hat die geltenden Verbote von Werkverträgen und Leiharbeit in Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben für rechtmäßig erklärt. Ein auf die Schweinekopfzerlegung spezialisiertes Unternehmen war mit seiner Verfassungsbeschwerde gescheitert. Die Karlsruher Richter sahen im Schutz von Arbeitnehmerrechten und Gesundheitsstandards einen hinreichenden Grund für den Eingriff in die unternehmerische Berufsfreiheit. Gewerkschaften begrüßen das Urteil und sehen es als Vorbild für andere Branchen.
Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion, die der Rheinischen Post vorliegt, sank der Anteil der Zeitarbeitskräfte zwischen August 2023 und August 2025 von 2,5 Prozent der Beschäftigten auf 1,8 Prozent. Zwischen 2020 und 2024 ist zudem der Bruttomedianlohn von Fachkräften in der Pflege deutlich von monatlich 3392 Euro auf 4124 Euro angestiegen
Laut einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der Personaldienstleister (GVP) anhand von Daten der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar noch 515.300 Menschen bei Zeitarbeitsunternehmen angestellt. Damit hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland seit 2016 bis heute fast halbiert und ist somit auf einen neuen Tiefstand gefallen.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung von DBV, GLFA, BVEO, DRV, FabLF, UNIKA, DWV und ZVG stellt das Verbändebündnis fest, das ein branchenspezifischer Abschlag vom gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft rechtlich zulässig ist. Zu diesem Ergebnis kommt ein 140-seitiges Rechtsgutachten des renommierten Arbeitsrechtlers Prof. Dr. Christian Picker, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Universität Tübingen. Das Gutachten wurde im Auftrag eines Bündnisses von acht Verbänden der grünen Branche erstellt.
Nach zwei herausfordernden Geschäftsjahren 2024 und 2025 blickt die Zeitarbeitsbranche etwas optimistischer auf 2026. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren die führenden Anbieter ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5,2 Prozent. Bereits für das erste Quartal 2026 erwarten die Dienstleister ein Umsatzplus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit könnte sich eine Trendwende abzeichnen, nachdem im vierten Quartal 2025 die Umsatzentwicklung noch weitgehend stagnierte. Das sind Ergebnisse des aktuellen Konjunkturindex Zeitarbeit. Er wird vom Research- und Consulting-Unternehmen Lünendonk & Hossenfelder, das auf den Markt für Personaldienstleistungen spezialisiert ist, quartalsweise erhoben.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls führte in der vergangenen Woche im gesamten Bundesgebiet eine Vielzahl an konzertierten, risikoorientierten Prüfungen zur Einhaltung des Mindestlohns durch. Die rund 1.400 eingesetzten Beschäftigten des Zolls befragten insgesamt knapp 2.700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihren Beschäftigungsverhältnissen und führten mehr als 400 umfangreiche Geschäftsunterlagenprüfungen bei Arbeitgebern durch. Die Generalzolldirektion hat nun die vorläufigen Gesamtergebnisse dieser Schwerpunktprüfung veröffentlicht.
Florian Swyter, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Personaldienstleister (GVP), erklärt zum „Sofort-in-Arbeit-Plan“ von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: »Der Gesamtverband der Personaldienstleister begrüßt den Vorstoß von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Asylbewerbern schneller den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Wer früh in Beschäftigung kommt, hat bessere Chancen, sich zu integrieren – und Betriebe gewinnen schneller dringend benötigtes Personal.«
Beschäftigte in der Zeitarbeit sind überwiegend in der Industrie tätig (40 Prozent). Dort sind körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten und belastende Umgebungsfaktoren verbreitet. Neben körperlichen Anforderungen gewinnen psychosoziale Belastungen mehr an Bedeutung. Das zeigen Auswertungen von Erwerbstätigenbefragungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus den Jahren 2012, 2018 und 2024. Hierzu zählt etwa das gleichzeitige Betreuen mehrerer Aufgaben (36 Prozent in 2012; 51 Prozent in 2024). Weitere Fakten hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einem Bericht zusammengefasst.
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Isabelle Riedlinger hat in ihrer Dissertation die Frage untersucht, warum Pflegende aus eigener Motiviation heraus aus festen Anstellungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen in die Zeitarbeit wechseln. Die Studie zeigt, das sich Pflegefachkräfte in Deutschland zunehmend bessere Arbeitsbedingungen und mehr Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben suchen. Der Wechsel in die Zeitarbeit, sei daher eine Form von "Emanzipation und indirekter Kritik am bestehenden Pflegesystem".
2025 lag laut Statistik der Arbeitsagentur die Zahl der im Saarland beschäftigten Zeitarbeitnehmer bei knapp 7000 und damit auf dem niedrigsten Stand seit mindestens zwölf Jahren. Den Höhepunkt bildete das Jahr 2018, in dem die Arbeitsagentur mehr als 12.500 Zeitarbeitnehmer zählte. Die Arbeitskammer und die IHK bewerten die Lage kritisch, sehen aber die möglichen Gefahren in unterschiedlichen Bereichen.
Nicht nur der Rückgang der Beschäftigung in der Zeitarbeit, sondern auch neue Einsatzfelder für die Zeitarbeit etwa im Bereich der Pflege und der Bauwirtschaft standen im Mittelpunkt des nunmehr 10. „Forum zur Zeitarbeit“ am IAB. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis diskutierten aktuelle Herausforderungen und die Bedeutung der Zeitarbeit sowie die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit.
Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist die Zahl der Arbeitsagenturen die aufgrund der letzen Mindestlohnerhöhung negative Effekte auf die Beschäftigung erwarten im Vergleich zu 2022 deutlich angestiegen.
Wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte, sank laut Stellenindex die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland zu Jahresbeginn, womit die Arbeitskräftenachfrage um fünf Punkte unter den Wert des Vorjahresmonats sank. Die größten Einbußen an gemeldeten Arbeitsstellen gab es in der Zeitarbeit und im Handel.
Die CDU arbeitet laut einem Bericht der „Rheinischen Post“ an einem neuen Beschluss, der den gesetzlichen Mindestlohn für Saisonkräfte in der Landwirtschaft aufweichen soll.
Die Bundesregierung verteidigt in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion das Verfahren zur Festsetzung der Höhe des gesetzlichen Mindestlohns durch die Mindestlohnkommission. „Die Voraussetzungen für den Erlass der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung liegen nach Auffassung der Bundesregierung vor, sodass für Arbeitgeber, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Sozialversicherungsträger Rechts- und Planungssicherheit besteht“, schreibt sie unter anderem.
Die Bundesregierung plant keine Änderung bei der Erfassung von Saisonarbeitskräften. Das schreibt sie in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke, in der diese genauere Auskünfte zur Situation der Saisonarbeitskräfte in Deutschland erfragt hatte.
Was bedeutet die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnes für die Betriebe? Im Rahmen ihrer Konjunkturumfrage Herbst 2025 hat die DIHK für ein "Konjunktur Insight" die Auswirkungen auf die Unternehmen abgefragt.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen