Laut Bundesagentur für Arbeit sind die Arbeitslosenzahlen leicht gesunken, trotzdem ist eine wirtschaftliche Schwächephase spürbar, die sich vor allem in einem zunehmenden Stellenabbau zeigt. Dieser trifft zur Zeit vor allem die Zeitarbeitnehmer.
Die Zahl der Zeitarbeitnehmer ist in Deutschland von April 2018 bis April 2019 um 88.000 gesunken. Nun hat auch die Arbeitsagentur Freiburg einen Rückgang um 16 Prozent gemeldet. Ökonomen und Forscher sehen die Gründe aber nicht nur in der nachlassenden Konjunktur.
Das Marktvolumen für Zeitarbeit in Deutschland im Jahr 2018 ist trotz eines schwachen zweiten Halbjahres annähernd konstant geblieben. Der Rückgang der Zeitarbeitnehmer in der zweiten Jahreshälfte wurde durch ein gutes Geschäft im ersten Halbjahr kompensiert. Den Einbußen mit der klassischen Arbeitnehmerüberlassung stehen zusätzliche Umsätze mit bisher auf Basis von Werkverträgen im Kundeneinsatz tätigen Mitarbeitern gegenüber sowie Sondereffekte aufgrund der Tariflohnanpassung. Die schwächere Nachfrage aus der Industrie gleichen zusätzliche Umsätze mit Personalvermittlung sowie der Überlassung von hochqualifiziertem Personal und einer stabilen Nachfrage aus anderen Wirtschaftsbranchen aus. Die Zeitarbeitsunternehmen zahlen zudem häufig übertarifliche Löhne und geldwerte Zusatzleistungen, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und den Kundenbedarf zu decken. Dies sind ausgewählte Ergebnisse der nunmehr 20. Auflage der jährlich erscheinenden Lünendonk®-Studie zum Markt für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen in Deutschland.
Quelle: Lünendonk & Hossenfelder GmbH
In einer kleinen Feierstunde ehrte Ralf Böhmer, Niederlassungsleiter des Personaldienstleisters Wilhelm in Wissen, seinen Mitarbeiter Grigori Belitzki und dessen 10 jährige Betriebszugehörigkeit als Monteur. Ralf Böhmer würdigte die Leistungen seines langjährigen Mitarbeiters und überreichte ein Dankesgeschenk.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Mindestlohn für Pflegekräfte auf 14 Euro erhöhen. Damit soll der Pflegeberuf finanziell attraktiver und für mehr Nachwuchs an Fachkräften in der Pflegebranche gesorgt werden. Arbeitgeber kritisieren den Vorstoß, da Spahn bis heute kein Konzept geliefert habe, wie der Mindestlohn in dieser Höhe finanziert werden solle. Patientenschützer dagegen halten den von Spahn angepeilte Mindestlohn für zu niedrig. Aus ihrer Sicht dürfe der Stundenlohn für Pflegekräfte nicht unter 16 Euro fallen.
Auf dem gestrigen Kongress des BAP und einer Tagung im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit diskutierten Experten aktuelle Entwicklungen sowie Chancen und Risiken der Zeitarbeitsbranche. Die Branche spüre konjunkturelle Schwankungen als erstes und sehe sich daher aktuell mit einem Rückgang der Zeitarbeitskräfte konfrontiert. Zeitarbeit biete attraktive Chancen für Geringqualifizierte und Geflüchtete. Zudem disktutierten die Exerten die Möglichkeiten von Zeitarbeit im akademischen Berufsfeld.
Auf der Mindestlohnkonferenz des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin teilte Arbeitsminister Hubertus Heil mit, er wolle das EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung in deutsches Recht umsetzen, dabei aber auf Verhältnismäßigkeit und geringe Bürokratie achten. Zudem rät er den Sozialpartnern dazu, diese Aufgabe gemeinsamen anzugehen und keinen "neuen Kampfplatz" aufzumachen.
Im Laufe dieses Jahres haben einige Konzerne den Abbau von Stellen im teilweise vierstelligen Bereich angekündigt, darunter Größen wie VW, Ford, Bayer BASF, Opel oder die Deutsche Bank. Das Thema Arbeitslosigkeit könnte in Deutschland nach Jahren der höchsten Beschäftigungsquoten daher wieder mehr in den Fokus rücken.
Nachdem das BSG in seinem Urteil vom 04.06.2019 die dauerhafte Beschäftigung von freien Mitarbeitern auf Honorarbasis in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen untersagt hat, wennden diese sich nun der Zeitarbeit zu, um weiterhin flexibel auf personelle Engpässe reagieren zu können. Diese Beschäftigungsform ist auch für Arbeitnehmer im medizinischen und Pflege-Bereich inzwischen eine gute Alternative zur Festanstellung.
Die Bundesagentur bietet auf der Website myskills.de einen neuen Kompetenz-Test. Dieser dient zur besseren Einschätzung der Fähigkeiten von Arbeitssuchenden, die zwar Berufserfahrung, aber keine deutschen Berufsabschluß vorweisen können. Dieser Test ist auch besonders für Geflüchtete als Einstieg in den Arbeitsmarkt interessant.
Eine aktuelle Arbeitsmarktbefragung von Lünendonk & Hossenfelder in Zusammenarbeit mit Orizon zeigt, dass Zeitarbeit besonders bei jüngeren Arbeitnehmern für die Arbeitsvermittlung und Weiterbildung immer häufiger genutzt wird, und auch welche Gründe dazu führen. Die Bundesagentur für Arbeit ist für die Jobsuche am wenigsten beliebt.
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Juni um 0,6 Punkte gefallen. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) weist mit 102,1 Punkten zwar noch einen guten Stand aus. Die Arbeitslosigkeitskomponente hat allerdings abermals deutlich nachgegeben und zeigt saisonbereinigt steigende Arbeitslosenzahlen in den kommenden Monaten an.
Ende August muss das zur Asklepios-Kliniken-Gruppe gehörende Pflegeheim Weserblick in Höxter die Pforten schließen. Rüdiger Pfeifer, Geschäftsführer des Pflegeheims begründet den Schritt mit Personalmangel. Aufgrund des Fachkräftemangels fände man aktuell keine Pflegekräfte mehr auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Die pflegerische Versorgung sei so nicht mehr sichergestellt. Pfeifer sieht die Möglichkeit sein Personal über Personaldienstleister aufzustocken kritisch. Aus seiner Sicht nutzen Personaldienstleister die Notsituation der Pflegeeinrichtungen aus: „Sie ziehen den Betreibern der Einrichtungen das Personal ab, um es ihnen anschließend zu höheren Konditionen wieder anzubieten“.
Ende Juni wird das Ford-Werk in Saarlouis die Produktion des C-Max einstellen, wodurch der Abbau von insgesamt 1600 Stellen erforderlich wird. Umgehend von den Entlassungen betroffen sein werden 500 Leiharbeitnehmer. Der weitere Stellenabbau wird über Abfindungsangebote, Altersteilzeit und Frühverrentung sowie Weiterbildung abgewickelt.
Die SPÖ hat eine Änderung des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes in Österreich beantragt. Sie fordert darin eine Zwangsübernahme von Zeitarbeitnehmer nach 18 Monaten. Zudem soll der Anteil von Zeitarbeitskräften an der Belegschaft auf 10 Prozent gedeckelt werden. Markus Archan, Präsident von Österreichs Personaldienstleistern, sieht diesen Vorstoß kritisch. Aus seiner Sicht sorge eine weitere Beschränkung der Zeitarbeit dafür, dass der Standort Österreich für Unternehmen mit hohem Personalbedarf unattraktiv wird und diese ins Ausland abwandern. Letzten Endes schade das der Wirtschaft und auch den Arbeitnehmern.
Von wegen „atypische Beschäftigung“: Immer mehr Menschen in Deutschland haben Erfahrungen mit einer Beschäftigung in der Zeitarbeit – 2019 sind es bereits 27 Prozent. Auch der Bereich Personalvermittlung mit zahlreichen Vorteilen für Bewerber und Unternehmen gewinnt als Recruiting-Kanal weiter an Bedeutung. Das Portfolio von Personalunternehmen wie Orizon ist somit – insbesondere bei jungen Menschen – gefragter denn je. Diese Ergebnisse gehen aus der neuen Arbeitsmarktbefragung 2019 hervor. Für die bevölkerungsrepräsentative Studie befragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Lünendonk im Auftrag von Orizon insgesamt 2.012 Menschen.
Zeitarbeit wird immer beliebter. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von Arbeitnehmern in Deutschland, die Lünendonk & Hossenfelder aktuell bereits zum siebten Mal in Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister Orizon durchgeführt hat. Danach hat mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland bereits als Zeitarbeitnehmer gearbeitet. Die Motivation hierfür ist vielfältig: als Job während des Studiums, nach Ausbildung oder Arbeitslosigkeit zum (Wieder-)einstieg in das Berufsleben oder zum risikofreien Kennenlernen verschiedener potenzieller Arbeitgeber.
Nach dem aktuellem Urteil des BSG dürfen Kliniken nur in Ausnahmefällen als freie Mitarbeiter beschäftigen. Laut Aussagen des SLK-Klinikverbundes in Heilbronn und der Regionale Klinken Holding (RKH) in Ludwigsburg seien die eigenen Häuser nicht direkt von dem BSG-Urteil betroffen. Man greife aufgrund vorangegangener Sozialgerichtsurteile schon seit Jahren nicht mehr auf Honorarärzte zurück, sondern decke Personalengpässe durch umfangreichen Einsatz von Zeitarbeitnehmern ab. Aus Sicht von RKH-Kliniksprecher Alexander Tsongas ist Zeitarbeit zurzeit die einzige Möglichkeit dem Personalmangel besonders in der Pflege Herr zu werden. Politische Maßnahmen hätten bisher nicht gegriffen.
Nachdem der Autobauer Daimler sich von 700 Zeitarbeitnehmer getrennt hat, hatten diese Hoffnung bei Porsche unterzukommen. Der Daimler-Betriebsrat hat eine entsprechende Anfrage an den Autobauer gerichtet. Porsche begrüße zwar die Möglichkeit der Übernahme der Daimler-Zeitarbeiter, konzentriere sich aber zunächst auf Kandidaten mit passender Ausbildung und mindestens 3 Jahren Berufserfahrung. Zudem werde der Auswahlprozess noch bis Mitte 2020 andauern. Als ehemaliger Zeitarbeitnehmer von Daimler könne man sich jedoch jederzeit bei Porsche bewerben.
In diesem Beitrag von Zeit Online berichtet die Autorin Tina Groll, dass der Pflegenotstand in erster Linie ein Problem des Fachkräftemangels ist. Im Gegensatz dazu gäbe es auf der Seite der ungelernten Hilfskräfte einen kräftigen Überschuss. Das zeigen neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Die Analyse zeige auch, dass es in der Pflege keinen starken Trend in Richtung Zeitarbeit gibt. Über die Zeitarbeit seien gerade mal circa 2% der Beschäftigten in der Altenpflege eingesetzt.
„Selbst Arbeitsmarktexperten attestierten der Bundesregierung, dass das Fachkräfteeinwanderungsgesetz nicht ausreicht, um dem Fachkräftemangel langfristig beizukommen. Umso wichtiger wäre es dann doch gewesen, die Zeitarbeitsbranche als professioneller Vermittler in den Arbeitsmarkt mit ins Beschäftigungsboot zu holen“, kommentierte Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), die anstehende Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes im Bundestag. Auch die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) bezeichnete es als großen Fehler, dass am Beschäftigungsverbot der Zeitarbeit für Menschen, die zur Erwerbsmigration nach Deutschland kommen, festgehalten wurde. „Gerade die Zeitarbeit mit ihren extrem vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hat sich als besonders tragfähige Brücke in Erwerbsarbeit erwiesen. Es gibt nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass sie nicht auch für Drittstaatsangehörige eine solche positive Rolle einnehmen kann“, betonte die BDA
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen