Die Bundestagswahl 2017 steht vor der Tür. Wird die Zeitarbeitsbranche nach den seit April dieses Jahres geltenden Gesetzesänderungen erneut in den Fokus der Parteien rücken? Und wie positionieren sie sich zu den Themen Zeitarbeit, Wirtschaft und Arbeitsmarkt? Diese und weitere Fragen wurden beim diesjährigen Arbeitgebertag Zeitarbeit des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) diskutiert.
Immer mehr Pflegekräfte arbeiten in der Zeitarbeit. Aktuell sind 21.484 Pflegekräfte über Arbeitnehmerüberlassung eingesetzt. Das hat eine statistische Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit im Auftrag des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) ergeben. Das ist ein Plus von 20 Prozent innerhalb eines Jahres.
Gegen das sogenannte "Schmuddelkind" des deutschen Arbeitsmarktes die Zeitarbeit wird in der Politik häufig gut Stimmung gemacht. Jedoch bietet gerade die Zeitarbeit Flüchtlingen die besten Einstiegschancen in den Arbeitsmarkt. Jeder 8. Personaldienstleister hat bereits Flüchtlinge eingestellt.
Bei dem Münchener Zeitarbeitsunternehmen Social-Bee gGmbH sind viele Flüchtlinge angestellt und es sieht sich selbst als Integrationsdienstleister. Eine Gewinnerzielungsabsicht liege nicht vor, da der gesellschaftliche Mehrwert im Vordergrund stehe.
Asylbewerber in kurzer Zeit fit machen für den Arbeitsmarkt. Dies hat bei der Firma Social-Bee gGmbH höchste Priorität. Das "knallharte Geschäft" Zeitarbeit muss sich hinten anstellen.
Jede vierte Zeitarbeitsfirma hat im vierten Quartal 2016 schon Erfahrungen mit den Geflüchteten gesammelt, die seit 2014 nach Deutschland gekommen sind. Nach den Zeitarbeitsfirmen folgen die Bereiche „Gastgewerbe“ sowie „Erziehung und Unterricht“ mit jeweils knapp 16 Prozent und der Bereich „Metalle und Metallerzeugung“ mit gut 13 Prozent. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.
Viele Krankenpflegekräfte fühlen sich in Ihrer Festanstellung überlastet. Die Arbeitsbedingungen in den Kliniken scheinen mittlerweile so schlecht, dass sich die Pflegekräfte gezwungen sehen den Weg in die Leiharbeit einzuschlagen, um sich so vor Mehrarbeit schützen zu können.
Fahr-Zeit und Driver-Pool, zwei spezialisierte Personalleasing-Unternehmen für LKW-Fahrer, haben ihre Geschäftstätigkeit zusammengelegt. Die beiden Unternehmen treten ab sofort unter dem gemeinsamen Firmennamen Fahr-Zeit auf. Die Bündelung der Kompetenzen und der damit verbundene Zuwachs an verfügbaren Berufskraftfahrern stärkt die Marktposition von Fahr-Zeit und ebnet den Weg für weiteres Wachstum im Ruhrgebiet.
Am 13.06.2017 hatte Prenzlau Arbeitsministerin Andrea Nahles zur einer Diskussion mit den Bürgern eingeladen. Nahles sprach neben den Themen Mindestlohn und Rente auch über Zeitarbeit. Aus Ihrer Sicht leiste die Zeitarbeit einen wichtigen Beitrag dazu, dass Deutschlands Wirtschaft international so gut aufgestellt und konkurrenzfähig ist.
Abi in der Tasche, Gesellenbrief in der Hand oder berufliche Neuorientierung nach der Babypause – verschiedene Lebenssituationen erfordern die Suche nach einem Job. Immer mehr Menschen, vor allem Jüngere, wenden sich dazu an ein Personalunternehmen, das mit Zeitarbeit oder direkter Vermittlung in ein Unternehmen punkten kann. Das geht aus der Orizon Arbeitsmarktstudie hervor. In der vom unabhängigen Marktforschungs- und Analyseunternehmen Lünendonk durchgeführten repräsentativen Befragung kommen jedes Jahr über 2.000 Arbeitnehmer zu Wort.
Das Personalvermittlungsunternehmen DIS AG hat ihr 50-jähriges Bestehen in in Dresdens Gläserne VW-Manufaktur gefeiert. Firmenchef Peter Blersch hatte den bekannten Blogger Sascha Lobo als Redner gewinnen können. Im Doppel-Interview mit der Sächsischen Zeitung äußerten sich beide wie sich Arbeit und die Personaldienstleistung aus ihrer Sicht zukünftig entwickeln werden.
Gestern trafen sich Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer Protestaktion. Sie werfen der EZB vor, dauerhafte Stellen mit Zeitarbeitern zu besetzten und Mitbestimmungsrechte nicht einzuhalten. Verärgert äußerten sich die Beschäftigten ebenfalls über Pläne der EZB, IT-Aufgaben zukünftig auszulagern.
Das Bundeskabinett hat am 7. Juni 2017 den Dreizehnten Bericht über die Auswirkungen des Gesetzes zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung beschlossen.
Nach dem Inkrafttreten der Neuregelungen des AÜG im April dieses Jahres sieht die Zeitarbeitsbranche weniger optimistisch in die Zukunft. Laut einer Befragung der 25 größten Zeitarbeitsunternehmen durch das Markforschungsinstitut Lünendonk rechnen die meisten ab 2018 mit einem Umsatzrückgang von fast 6 Prozent. Von derzeit 1 Million Arbeitsplätzen könnten dann ca. 57.000 gefährdet sein.
Erste Weiterentwicklung der Branchenzuschläge gültig: Für Zeitarbeitskräfte, die in der Metall- und Elektroindustrie eingesetzt werden, gibt es ab dem 1. Januar 2018 sechs statt der bisher üblichen fünf Lohnerhöhungsstufen. Die entsprechende Weiterentwicklung des Branchenzuschlagstarifvertrages trat am 1. Juni rückwirkend zum 1. April in Kraft. Die sechste Stufe greift nach 15 Monaten ununterbrochenen Einsatzes.
Das neue AÜG ist seit dem 1. April 2017 in Kraft. Die SPD-Bundestagsabgeordneten Anette Kramme und Andreas Schwarz hatten zu einer Diskussionrunde ins Bamberger Bistumshaus St. Otto eingeladen, um die Auswirkungen der Neuregelungen auf den Arbeitsmarkt und die Unternehmen der Bamberger Region zu erörtern.
Zeitarbeitsfirmen setzten verstärkt auf die Beschäftigung von Flüchtlingen. Laut zahlen der Bundesagentur für Arbeit ist fast jeder fünfte Flüchtling bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt. Einer der Vorreiter ist die Gesellschaft für Arbeitnehmerüberlassung Thüringen (GeAT AG), die ca. 150 Flüchtlinge unter Vertrag hat. Florian Meyer, Vorstand der GeAT AG, sagt dazu im MDR-Interview: "Man kann natürlich über Fachkräftemangel sprechen und sich darüber beschweren. Wir versuchen, Lösungen zu finden. Das ist unsere Aufgabe als Personaldienstleister."
Die Bundesregierung hat eine neue Mindestlohn-Verordnung beschlossen. Damit erhalten auch tarifungebundene Zeitarbeitnehmer die durch die Tarifpartner bereits Ende letzten Jahres festgelegten Mindestlohnerhöhungen. Somit gelten diese nun deutschlandweit für alle Zeitarbeitnehmer.
Adecco-Deutschlandchef Patrick Maier geht davon aus, dass die Zeitarbeitsbranche trotz verschärfter Regulierung weiter wachsen wird. Er sieht einen Wandel in der Zeitarbeit kommen. Neben Überlassung von Arbeitskräften zum Abbau von Auftragsspitzen, werde das Anbieten von Recruiting-Dienstleistungen durch Zeitarbeitsunternehmen immer wichtiger. Aufgrund eines Trends zum Freiberuflerdasein sehe er auch im Bereich des sich verstärkt ausbreitenden Projektgeschäfts Wachstumspotential für die Zeitarbeit als Vermittler von freiberuflichen Fachkräften.
iGZ-Hauptgeschäftsführer: Kein Verständnis für Grünen-Kritik „Die Bundesagentur für Arbeit fördert die Zeitarbeitsbranche nicht überdurchschnittlich – die Zeitarbeitsbranche bietet einfach überdurchschnittliche viele Beschäftigungsmöglichkeiten“, reagiert Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), auf eine Äußerung der Grünen-Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke.
Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte in der Grünen-Bundestagsfraktion, bezeichnet es in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ als „Märchen, wenn immer wieder darauf verwiesen wird, Leiharbeitskräfte seien schlechter qualifiziert“. Gleichzeitig behauptet die Bundestagsabgeordnete, Lohnunterschiede zwischen Zeitarbeitnehmern und anderen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seien „gravierend hoch“. Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), wies die Aussagen als nicht haltbar zurück:
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