In seinem Urteil hat das EuGH Zeitarbeitsunternehmen in Bezug auf die Überlassung von Zeitarbeitskräften in andere EU-Länder Grenzen gesetzt. So müssen unter bestimmten Voraussetzungen die Sozialstandards des Einsatzlandes für die überlassenen Arbeitskräfte angewendet werden und nicht mehr die des Firmensitzlandes. Durch das Urteil werden gleichzeitig auch die Sozialrechte von nach Deutschland überlassenen Zeitarbeitskräften gestärkt.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und die Arbeitgeber der deutschen Fleischwirtschaft haben sich auf einen flächendeckenden Tarifvertrag geeinigt. Die dort definierte neue Lohnuntergrenze liegt bei 10,80 Euro und soll schrittweise Anfang 2022 zunächst auf 11,00 Euro und bis zum zum 1. Dezember 2023 auf 12,30 Euro angehoben werden.
Einen enormen Anstieg der Zeitarbeitnehmer registrierte das Statistische Amt der Bundesagentur für Arbeit (BA) im März gegenüber dem Vormonat. Mit 682.900 Beschäftigten wuchs die Anzahl von Februar um 22.300 oder 3,4 Prozent. Im Vergleich: Auch von Januar zu Februar meldete die BA einen Anstieg, jedoch nur um 3400 Arbeitnehmer oder 0,5 Prozent. Diese positiven Entwicklungen werden durch den Vorjahresvergleich bestärkt: Erstmals seit Beginn der Coronakrise liegen die aktuellen Zahlen höher: 7.700 Zeitarbeitnehmer (plus 1,1 Prozent) mehr sind beschäftigt als 2020.
In der durch die Pandemie ausgelösten Krise hat sich die Logistikbranche aufgrund des stark gestiegenen Online-Handels zur stärksten Kundengruppe für die Arbeitnehmerüberlassung entwickelt. Die sonst für die Zeitarbeit wichtige Automobilbranche dagegen musste ihren Bedarf an Zeitarbeitskräften krisenbedingt deutlich herunterfahren.
Das neue Arbeitsschutzgesetz für die Fleischbranche erfasst auch die Fleischverarbeitung, gilt aber trotzdem nicht automatisch für Wursthersteller. Das Finanzgericht Hamburg hat in einem von einem norddeutschen Wursthersteller beantragtes Eilverfahren beschlossen das dieser „kein Betrieb der Fleischwirtschaft sei und somit nicht dem Fremdpersonalverbot“ unterliege. Der Wursthersteller darf also weiterhin Zeitarbeitnehmer einsetzen. Das FInanzgericht Hamburg begründet den Beschluss u.a. damit, dass die meisten bei diesem Wursthersteller anfallenden Tätigkeiten keine direkte Arbeiten mit dem Fleischprodukt beinhalten.
In diesem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet der Autor Dietrich Creutzburg über den prozentualen Zuwachs an Zeitarbeitnehmern mit ausländischem Pass. Vergleicht man die Werte aus 2013 und 2020 hat sich der prozentuale Anteil verdoppelt. Laut aktuellen Auswertungen des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister sind mehr als 40 Prozent der Beschäftigten ausländische Staatsbürger, fast 30 Prozent sind Beschäftigte ohne Berufsabschluss. Die Zeitarbeitsbranche sieht daher ihre Position als wichtiger Integrations- und Beschäftigungsmotor der deutschen Wirtschaft gefestigt.
In der vierten Runde der Tarifverhandlungen für die Fleischbranche haben sich die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf einen flächendeckenden Tarifvertrags für die Fleischbranche geeinigt. Kernstück ist ein neuer Mindestlohn für Beschäftigte in Schlachthöfen und Unternehmen der Fleischverarbeitung. Die Gewerkschaften haben dem Abschlus bereits zugestimmt. Auf Arbeitgebeerseite müssen die Gremien noch zustimmen. Zur Höhe des neuen Mindestlohns wolle man sich erst äußern, wenn beide Seiten den Abschluss offiziell bestätigt haben.
Laut dem aktuellen Ifo-Beschäftigungsbarometer für Mai befindet sich die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen bei 110,2 Zählern und damit auf dem höchsten Stand seit Juni 2019. Grund für den neuen Beschäftigungsoptimimus seien der Impffortschritt sowie neue Öffnugsperspektiven, so der Ifo-Experte Klaus Wohlrab. In dieser Phase wird die Zeitarbeit vor allem für Geringqualifizierte oder Migranten wieder sehr wichtig wie eine Analyse des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP) für die Mitgliedsunternehmen zeigt. So läge die Beschäftigungsquote von ausländischen Arbeitnehmern in der Zeitarbeit weit vor der anderer Branchen. Der Anteil der Zeitarbeitarbeitnehmer ohne Berufsabschluss läge bei ca. 30 Prozent.
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betont die Bedeutung flexibler Beschäftigungsformen, insbesondere von Zeitarbeit und Werkverträgen. „Diese sind unverzichtbare Elemente in der modernen Arbeitswelt“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auf dem vbw Kongress „Erfolgsmodelle Zeitarbeit und Werkverträge“ in München. Die Zeitarbeit sieht die vbw als unverzichtbar an, damit die Unternehmen flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren können. Brossardt: „Gerade zu Beginn eines Aufschwungs, der sich derzeit abzeichnet, ist Zeitarbeit notwendig. Damit kann die Nachfrage bedient werden, wenn die Nachhaltigkeit des Aufschwungs noch unsicher ist.“ Er betont die Bedeutung der Zeitarbeit auch als Brücke in den Arbeitsmarkt. „So waren zwei Drittel derjenigen, die 2019 eine Tätigkeit als Zeitarbeitnehmer aufgenommen haben, zuvor ohne Beschäftigung. 58 Prozent derjenigen, die aus einem Zeitarbeitsverhältnis ausscheiden, sind danach weiterhin beschäftigt, 60 Prozent davon in einem Arbeitsverhältnis außerhalb der Zeitarbeit. Zeitarbeit eröffnet insbesondere auch geringer Qualifizierten gute Chancen.“
In diesem Beitrag des Spiegel berichten drei Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Berufsfeldern, die sich bewußt für die Anstellung als Zeitarbeitnehmer entscheiden haben, von ihren Erfahrungen und warum Sie diese Form der Beschäftigung nicht mehr missen wollen.
Daten einer jährlichen Befragung von rund 16.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen, das die Zeitarbeit eine Branche mit Vorbildcharakter ist: seit 2003 werden die Zeitarbeitsbeschäftigten nach dem iGZ-DGB-Tairfwerk entlohnt. Die Branche ist nahezu zu 100 Prozent tarifgebunden, was mit Blick auf die Gesamtwirtschaft eine echte Ausnahme darstellt: Im Jahr 2020 arbeiteten 43 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifvertrag.
Aus einer Umfrage der Marktforschungsgesellschaft Lünendonk geht hervor, dass die führenden Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland im Corona-Krisenjahr 2020 den stärksten Umsatzrückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise verzeichnet haben. Das Minus der 25 größten Personaldienstleister beläuft sich auf 16,4 Prozent. Das ist nur etwas weniger als im Krisenjahr 2009, wo die größten Zeitarbeitsunternehmen knapp 24 Prozent ihrer Umsätze einbüßten. Hauptgrund ist die stark gesunkene Nachfrage nach flexiblen Arbeitskräften vor allem in der Autoindustrie. Dieser Rückgang konnte durch eine höhere Nachfrage in Branchen wie Logistik, Onlinehandel, Chemie und Pharma sowie im Gesundheitswesen teilweise ausgeglichen werden. Die meisten Personaldienstleister blicken positiv auf das laufende Jahr. Sie erwarten insgesamt wieder ein steigende Nachfrage nach flexibler Arbeitskraft. Die größten Sorgenbringer sind für viele Zeitarbeitunternehmen die Gefahr einer verstärkten Regulierung durch den Staat und die Verschärfung des Personalmangels.
Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, hat die Fleischwirtschaft, die Gewerkschaft NGG aufgefordert die Tarifgespräche wieder aufzunehmen. Die NGG teilte mit, sie sei grundsätzlich verhandlungsbereit, allerdings müsse die Arbeitgeberseite die Punkte Lohnuntergrenze und Laufzeit des Tarifvertrages deutlich nachbessern.
Vier Unternehmen aus der Zeitarbeitsbranche legten am vergangenen Mittwoch Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe gegen das Arbeitsschutzkontrollgesetz der Bundesregierung ein. Zu den Beschwerdeführern gehören TimePartner Personalmanagement GmbH, Simul Personalmanagement GmbH, DPK Deutsche Personalkonzepte GmbH und compact Food Services GmbH. Hintergrund der Beschwerde ist das im Arbeitschutzkontrollgesetz definierte Verbot des Einsatzes von Zeitarbeitnehmern in der Schlachtung und Zerlegung. Dies sei "unverhältnismäßig und damit auch verfassungswidrig“.
Arbeitgeberverbände BAP/iGZ unterstützen die Verfahren in Karlsruhe: Nach Inkrafttreten des Arbeitsschutzkontrollgesetzes, das auch ein sektorales Verbot bzw. weitgehende Restriktionen von Zeitarbeitseinsätzen in der Fleischwirtschaft vorsieht, haben betroffene Zeitarbeitsunternehmen mit ihrem Prozessbevollmächtigen Prof. Dr. Gregor Thüsing Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe eingereicht. Die vier beschwerdeführenden Unternehmen TimePartner Personalmanagement GmbH, Simul Personalmanagement GmbH, DPK Deutsche Personalkonzepte GmbH und compact Food Services GmbH wollen damit die gerichtliche Notbremse ziehen.
Ab sofort werden 750 Beschäftigte des Personaldienstleisters Randstad in einem neuen Bürogebäude im Eschborner Gewerbegebiet Süd unter einem Dach arbeiten, teilte das Unternehmen mit. Die Schlüsselübergabe für das siebenstöckige Bürogebäude in der Frankfurter Straße 100 hatte vor wenigen Tagen stattgefunden. Randstad hat den Sitz seiner Deutschlandzentrale seit 2000 in Eschborn. Das bisherige Firmengebäude stand dort im Gewerbegebiet Helfmannpark.
Ein geteiltes Echo haben Vorschläge der Opposition unter anderem für einen Rechtsanspruch auf Homeoffice hervorgerufen. Das zeigte am Montag eine öffentliche Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales unter der Leitung von Matthias W. Birkwald (Die Linke). Zwar begrüßten alle Sachverständigen grundsätzlich das Anliegen, einen rechtlichen Rahmen für das Arbeiten von zuhause aus zu schaffen. Wie dieser im Detail ausgestaltet sein sollte, wurde von den Experten jedoch unterschiedlich beurteilt.
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts sind die Arbeitskosten in Deutschland mit rund 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Mit 41,60 Euro in der Stunde sind die Arbeitskosten in der deutschen Industrie besonders hoch. Deutschland belegt hier Platz drei im europäischen Ländervergleich.
Dekra-Chef Stefan Kölbl teilte auf der virtuellen Bilanzpressekonferenz mit, dass man die Corona-Krise als Chance für den Aufbruch sehe und sich nun verstärkt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit konzentrieren wolle. Durch den geplanten Digital-Ausbau würde die Belegschaft um 1000 neue Mitarbeiter aufgestockt werden. Bis zum Jahr 2025 wolle man alle Dekra-Dienstleistungungen digitalisieren. Hierbei soll Cyber-Security und Künstliche Intelligenz eine große Rolle spielen.
Das Mitteldeutsche Journal analysiert in ihrem Beitrag die Rolle der Zeitarbeit in Krisenzeiten, insbesondere die positiven Effekte, die sich in der aktuellen Corona-Krise bereits gezeigt hätten. Die essentiellen Funktionen der Zeitarbeit helfen der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt schnell wieder auf die Beine zu kommen. Zum einen erhalten Arbeitslose die Chance über die Zeitarbeit in den Arbeitsmarkt re-integriert zu werden. Zum andern können Unternehmen Auftragsspitzen durch das flexible Beschaffen von Arbeitskräfte abfedern oder Vakanzen schneller besetzen.
Im Jahr 2020 ist der Umsatz der Dekra das erste mal seit 16 Jahren wieder zurückgegangen. Insgesamt sorgte die Coronakrise für eine Rückgang um 6,5 Prozent. Zwei Drittel des Umsatzrückgangs entfiel dabei auf des Geschäftsfeld Zeitarbeit. Für 2021 erwarte man, an den Wachstumskurs der Vergangenheit anknüpfen zu können, sagt Vorstandschef Stefan Kölbl. Im ersten Quartal habe der Umsatz bereits über den internen Planungen gelegen.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen