Der Kranbauer Tadano-Demag in Zweibrücken plant über 4 Jahre 370 Zeitarbeitnehmer anzustellen. Dieses Vorhaben will der Betriebsrat jedoch nicht bewilligen, da das Unternehmen erst vor einem Jahr 392 festangestellte Beschäftigte betriebsbedingt entlassen hatte. Der Betriebsrat würde lieber Angestellte aus der Kurzarbeit holen. Die Geschäftsführung argumentiert, man versuche aufgrund der unsicheren Auftragslage über die Zeitarbeit flexibler agieren zu können. Beide Parteien konnten sich bis dato nicht einigen.
SPD, Grüne und FDP haben die ersten Änderungen für den deutschen Arbeitsmarkt in Ihren Koalitionsverhandlungen festgelegt. Dazu gehören ein Mindestlohnanstieg auf 12 Euro, Anhebung der Verdienstgrenzen bei Mini- und Midijobs sowie Flexibilisierung von Arbeitszeiten wie die Anhebung der Tageshöchstarbeitszeit. Im Artikel geben die Gewerkschafts- und Arbeitgeberseite ihrer Einschätzungen und Bedenken zu den Plänen der Koalition ab.
Die Zeitarbeitsbranche hat besonders stark unter der ersten Phase der Covid-19-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 gelitten. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/32648) auf eine Kleine Anfrage (19/32148) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Demnach seien die Geschäftserwartungen deutlich pessimistischer als in anderen Branchen gewesen, wodurch die „personalpolitischen Reaktionen“, etwa der Einsatz von Kurzarbeit oder das Nichtnachbesetzen offener Stellen, wesentlich stärker ausfielen als in den meisten Branchen. In einigen „systemrelevanten“ Bereichen, die aufgrund der Covid-19-Pandemie eine erhöhte Nachfrage nach Arbeitskräften hatten, habe es zwar eine zusätzliche Vermittlungen von Leiharbeitskräften gegeben, die aber die Ausfälle an anderer Stelle nicht kompensieren konnten, heißt es in der Antwort weiter.
Auf dem Weg zur Ampel-Koalition wollen SPD, FDP und Grüne nun in die Koalitionsverhandlungen eintreten, basierend auf dem Sondierungspapier, das der "Merkur" in diesem Beitrag im Wortlaut dokumentiert.
Recruiting-Studie „Barometer Personalvermittlung 2021“ zu aktuellen Arbeitsmarkttrends veröffentlicht | Jeder zweite Angestellte informiert sich regelmäßig über neue Stellen. 25 Prozent sind latent suchend und würden bei einem guten Angebot den Job wechseln. Gleichzeitig können sich über 60 Prozent vorstellen, bei einem Jobwechsel eine Personalvermittlung zu beauftragen. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie „Barometer Personalvermittlung 2021 – Wachstumspotenziale für ein modernes Recruiting“, die bereits zum zweiten Mal einen 360-Grad-Blick auf die Personalvermittlungsbranche wirft. Die Personalmarktforschung index Research hat für die Studie 1.000 Kandidaten (Arbeitnehmer), über 500 Unternehmen und knapp 300 Personalvermittler zu aktuellen Trends auf dem Arbeitsmarkt befragt.
Die Bundesregierung hat auf Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zu den Lohndifferenzen zwischen Zeitarbeitskräften und Stammbeschäftigten erneut Stellung genommen. Hierbei führt sie aus, dass die von ihr kommunizierten Vergleichszahlen nicht aussagekräftig sind. Wörtlich heißt es: „Ein einfacher Vergleich der mittleren Bruttoarbeitsentgelte greift daher zu kurz und dient nur als erster Anhaltspunkt.“ Gleichwohl wird diese „rohe Lohnlücke“ immer noch ausgewiesen und die bereinigten, realistischeren Forschungsdaten nicht transparent gemacht. Hierzu äußert Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ): „Es ist nicht nachzuvollziehen, weshalb die Bundesregierung Zahlen kommuniziert, die von der Regierung selbst, der Bundesagentur für Arbeit und führenden Wissenschaftlern als verfehlt und nicht aussagekräftig qualifiziert werden.“
Laut Ergebnissen der Lünendonk-Studie 2021 wird Personalvermittlung für immer mehr Zeitarbeitsunternehmen ein wichtiges zweites Geschäftsmodell. Rund 90 Prozent der von Lünendonk analysierten führenden Anbieter von Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland vermitteln gegen Honorar Personal in eine Festanstellung. Der Anteil am Umsatz der Dienstleister beträgt inzwischen durchschnittlich 4,4 Prozent und ist damit nach Arbeitnehmerüberlassung die zweitwichtigste Umsatzquelle.
Die Ankündigung des Daimler-Konzern in der letzten Woche im Raststatter Werk rund 600 Zeitarbeitnehmer kurzfristig zu entlassen, war auf massiven Gegenwind des Betriebsrates und der IG Metall gestoßen. Nun hat der Konzern eingelenkt und plant 400 der 600 Zeitarbeitnehmer schrittweise vom Februar 2022 bis März 2023 in die Stammbelegschaft zu übernehmen. Betriebsrat und IG Metall zeigten sich zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis.
Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat im Auftrag der „Wirtschaftswoche“ eine Befragung von Führungskräften deutscher Unternehmen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass die Mehrheit der Befragten eine Ampelkoalition bevorzugen (45 Prozent). Für eine Jamaikakoalition haben sich 30 Prozent der Befragten ausgesprochen.
Die Umsätze der führenden zehn Anbieter für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern sinken im Corona-Jahr 2020 um 6,5 Prozent. Die Umsätze sind somit bereits das zweite Jahr in Folge rückläufig (2019: ‑2,1 %). Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Personaldienstleister für IT-Freelancer ein Wachstum um 12 Prozent. Auch auf die folgenden Jahre blicken die Anbieter optimistisch: Die IT-Ausgaben der Auftraggeber steigen und damit auch die Nachfrage nach den ohnehin beschränkt verfügbaren Expertinnen und Experten. Personaldienstleister können durch die Vermittlung selbstständiger IT-Fachkräfte die Bedarfe der Unternehmen schnell und flexibel decken. Das sind Ergebnisse der Lünendonk-Marktsegmentstudie 2021 „Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland“, die in diesem Jahr zum 13. Mal erscheint.
Laut einer aktuellen Arbeitsmarktstatistik-Prognose der Jobplattform Stepstone für den Monat September wird die Arbeitslosenzahl weiter sinken und zwar um 116.000 auf 2,46 Millionen. Das entspräche einer Arbeitslosenquote von 5,4 % und damit fast dem Niveau vor der Pandemie.
Der Daimler-Konzern hat am Standort Rastatt kurzfristig 607 Zeitarbeitnehmer abbestellt. Hintergrund sei laut Pressesprecher des Automobilherstellers der Halbleitermangel, aufgrund dessen die geplanten dritten Schichten nicht mehr aufgebaut werden könnten. Einige der Betroffenen und auch der Betriebrat vermuten allerdings, dass der wahre Grund für die Abbestellung die Vermeidung der sonst nach 36-monatiger Einsatzzeit vorgeschriebene Übernahme von Zeitarbeitnehmern in die Stammbelegschaft. Besonders kritisch sieht der Betriebsrat allerding vor allem die sehr kurzfristige Abbestellung der Zeitarbeitnehmer.
Laut einer Umfrage der Jobplattform Indeed stehen 43 Prozent der Befragten der Verwendungvon maschinellem Lernen ablehnend gegenüber. Allerdings sehen sich auch 43 Prozent der Teilnehmenden als eher unerfahren in der Anwendung von KI im Bewerbungsprozess. Die Akzeptanz von KI im Reccruiting stieg mit zunehmender Anwendungserfahrung.
Spitzverbände der deutschen Wirtschaft sind sich einig, dass Deutschland einen Abbau der Bürokratie nötig hat. Neue Gesetze müssen dringend einen Praxischeck durchlaufen. Zudem müsse sich Deutschland noch stärker auf die Digitalisierung fokussieren, um wichtige Aufgaben, wie die Klimaziele, schneller lösen und umsetzen zu können.
In der Präsidentenkonferenz haben sich die Bundesarbeitsgerichts-Präsidentin und die Präsidentinnen und Präsidenten der Landesarbeitsgerichte sich für mehr Online-Verfahren und Videoverhandlunge ausgesprochen. In diesem Zusammenhang begrüßen sie besonders das geplante elektronische Bürger- und Organisationenpostfach (eBO) und fordern Gewerkschaften und Arbeigeberverbände auf, das eBO schon frühzeitig aktiv zu verwenden. Offiziell müsse diese das neue Postfach erst ab 2024 und dann zunächst auch nur passiv nutzen.
Um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken, hat das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg einen mit den Staaten ausgehandelten Kompromiss angenommen. Damit sit der Weg frei für einen erleichterten Erwerb von Arbeitsgenehmigungen. Der Kompromiss soeht zudem weitere abgesenkte Zugangsschwellen und Erleichterungen für qualifizierte Zuwanderer vor.
Der Zugang von Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern zum Kurzarbeitergeld bleibt bis zum 31. Dezember 2021 auch dann eröffnet, wenn der Verleihbetrieb nach dem 30. September 2021 Kurzarbeit eingeführt hat.
Am Freitag wurde vom Deutschen Institut für Normung die Norm „Basis-Finanz- und Risikoanalyse für Selbstständige sowie kleine und mittlere Unternehmen“ (DIN 77235) veröffentlicht. Der neue Standard soll als Grundlage für die Beratung von Geschäftskunden dienen und dabei besonders die Anforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen, Ärzten, Apothekern oder Freiberuflern berücksichtigen, für die laut dem Zertifizierungsunternehmen DEFINO aus Heidelberg besonders die Themen Haftungsrisiken, Gefahren durch Betriebsunterbrechungen, Auslandstätigkeiten oder Immobilien wichtig sind.
Am Donnerstag hat der bulgarische Generalanwalt Evgeni Tanchev seine Schlussanträge am EuGH vorgetragen. Um Missbrauch der Zeitarbeit zu verhindern, müsse es für eine mehrfache Vermittlung von Zeitarbeitnehmern an dasselbe Unternehmen eine „objektive Erklärung“ geben. Hierbei müsse auch berücksichtigt werden, ob der so besetzte Arbeitsplatz im Unternehmen dauerhaft vorhanden sei. Der Generalanwalt betonte aber auch, dass selbst wenn ein missbräuchlicher Einsatz nachgewiesen würde, betroffene Zeitarbeitnehmer keinen Anspruch auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit dem entleihenden Unternehmen hätten.
Gemäß dem Infektionsschutzgesetz heißt es, dass jemand, der wegen einer Quarantäneanordnung nicht arbeiten kann und deshalb einen Verdienstausfall erleidet, Anspruch auf eine staatliche Entschädigung hat. Nun wollen die ersten Bundesländer nicht mehr für einen Verdienstausfall aufkommen. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann das Vorgehen gut verstehen.
"Noch nie zuvor wurde über so viele Koalitionsmöglichkeiten ernsthaft diskutiert wie bei dieser Bundestagswahl. Daher erwarten wir lange und zahlreiche Koalitionsgespräche. Aber wer auch immer miteinander verhandelt: Der BAP wird sein Fachwissen in diese Gespräche sowohl direkt und als auch über unsere Partnerverbände wie die BDA einbringen", betonte BAP-Hauptgeschäftsführer Florian Swyter in seinem Vortrag "Aktuelle Einschätzungen aus dem politischen Zentrum Berlin" beim 14. ES-Unternehmerforum für Personaldienstleister in Fulda. Der BAP werde konsequent deutlich machen, dass "die Personaldienstleistungsbranche für den Wandel des Arbeitsmarktes ein unerlässlicher Partner ist und bleiben muss, gerade auch im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Arbeitsuchenden", bekräftigte Swyter, der sich im Anschluss an seinen Vortrag noch den Fragen der Teilnehmer stellte.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen