

Viele medizinische Einrichtungen betrachten Zeitarbeit weiterhin kritisch und greifen nur im Notfall auf externe Kräfte zurück. Stattdessen investieren sie zunehmend in eigene Personalpools, um Engpässe zu bewältigen und die Kontinuität in der Patientenversorgung zu sichern.
Gewerkschaften des DGB und GVP haben sich erstmals auf ein gemeinsames Tarifregelwerk geeinigt: Ab 1. Januar 2026 gilt ein einheitlicher Vertrag für Leiharbeiter, der nicht nur Plusstunden ab 91 Stunden auszahlt, sondern auch reale Wegezeiten und Eltern‑ sowie Pflegezeiten im Urlaub berücksichtigt, zudem können Arbeitsverträge künftig auch per E‑Mail geschlossen werden.
Noch im Juni will die Mindestlohnkomission eine Entscheidung zur Erhöhung des Mindestlohns treffen. Sollte tatsächlich eine Erhöhung auf 15 Euro erfolgen, träfe das vor allem die Dienstleistungsbranche. Besonders Logistik und Handel sehen eine solche Erhöhung als äußerst kritisch.
Immer mehr Erwerbstätige in Deutschland arbeiten in unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Jobs mit ausreichender Stundenzahl. Der Anteil atypischer Beschäftigung wie Zeitarbeit, Minijobs und befristete Verträge ist laut Statistischem Bundesamt in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Hauptgründe sind die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften und veränderte Arbeitszeitmodelle.
Knapp drei Viertel der Betriebe in Deutschland zeichnen inzwischen Arbeitszeiten auf – teils mit Stundenzettel oder Excel. Doch viele beklagen Bürokratie, Kontrollgefühl und fordern mehr Flexibilität im Arbeitszeitgesetz.
Seit geraumer Zeit verhandeln IG Metall und der Betriebsrat mit der Geschäftsführung der Meyer Werft über den Abbau von rund 60 Arbeitsplätzen und die Einführung von Kurzarbeit. Inzwischen hat sich der Konflikt spürbar zugespitzt.
Immer häufiger greifen Kliniken auf Zeitarbeitskräfte zurück, wenn reguläres Personal fehlt. Gerade für Mediziner kann die Leiharbeit attraktiv sein – sie verspricht mehr Freiraum, ein höheres Einkommen und bessere Planbarkeit.
Trotz rückläufiger Umsätze und anhaltender konjunktureller Belastungen im Jahr 2024 bleibt die deutsche Zeitarbeitsbranche zuversichtlich: Die aktuelle Lünendonk-Liste zeigt, dass viele Unternehmen für 2025 mit einer wirtschaftlichen Erholung und neuen Wachstumschancen rechnen.
Die Zeitarbeitsbranche in Deutschland steht vor großen Herausforderungen: Seit 2017 ist die Zahl der Beschäftigten um 300.000 auf 728.000 gesunken. In diesem schrumpfenden Markt zeigt eine aktuelle Studie, dass diejenigen Unternehmen erfolgreich sind, die den Rückgang am besten abfedern können. Ein Familienunternehmen hebt sich dabei besonders hervor.
Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrats, rät von einer weiteren Erhöhung des Mindestlohns ab. Sie befürchtet, dass ein Anstieg auf 15 Euro pro Stunde, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen beeinträchtigen könnte. Grimm betont die Notwendigkeit, wirtschaftliches Wachstum und Produktivität zu fördern, anstatt auf staatlich finanzierte Maßnahmen zu setzen.
Daimler Truck plant im Rahmen des Programms „Cost Down Europe“ umfassende Einsparungen, die auch einen erheblichen Personalabbau in Deutschland vorsehen. Rund 28.000 Beschäftigte sind betroffen, wobei bis zu 5.000 Stellen abgebaut werden sollen. Das Unternehmen strebt an, bis 2030 über eine Milliarde Euro einzusparen und investiert gleichzeitig zwei Milliarden Euro in das deutsche Produktionsnetzwerk. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2034 ausgeschlossen.
In Friedrichshafen bahnt sich eine Kooperation an: Während der Autozulieferer ZF mit einem Stellenabbau ringt, sucht Rolls-Royce Power Systems händeringend Fachkräfte. Ein neues Tarifmodell soll es ermöglichen, dass ZF-Mitarbeitende vorübergehend bei dem Motorenhersteller arbeiten und so beide Seiten profitieren.
Eine aktuelle Umfrage des Personaldienstleisters doctari zeigt, dass 88 % der dort tätigen Pflegefachkräfte ihren Beruf ohne die Möglichkeit zur Zeitarbeit nicht oder nur unter veränderten Bedingungen ausüben würden. Flexiblere Arbeitszeiten, höhere Vergütung und bessere Kontrolle über die eigene Arbeitsbelastung machen die Zeitarbeit für viele zur attraktiven Alternative. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels im Gesundheitswesen wird die Rolle der Zeitarbeit damit immer bedeutender.
Im Handelsblatt erläutert Bert Rürup, warum die Suche nach dem „richtigen“ Mindestlohn ökonomisch problematisch ist. Zwar schützt eine gesetzliche Lohnuntergrenze vor Ausbeutung und entlastet den Sozialstaat, doch ein Mindestlohn kann kein Allheilmittel für wirtschaftliches Wachstum sein. Rürup plädiert für eine differenzierte Betrachtung, die sowohl ökonomische als auch soziale Aspekte berücksichtigt.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall schlägt Alarm: Ein politisch beschlossener Mindestlohn von 15 Euro könnte die deutsche Wirtschaft schwer schädigen, warnt Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. Preise würden steigen, Jobs verloren gehen. Doch führende Ökonomen wie DIW-Präsident Marcel Fratzscher widersprechen: Höhere Löhne könnten Konsum und Produktivität ankurbeln – und am Ende die Wirtschaft stärken.
Die SPD kündigt einen Mindestlohn von 15 Euro ab 2026 an, doch CDU-Chef Friedrich Merz stellt klar: Einen Automatismus gibt es nicht. Was bedeutet das für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Ein Überblick über die Debatte und den Koalitionsvertrag.
Unionsfraktionsvize Jens Spahn äußert Zweifel daran, dass der Mindestlohn bereits im kommenden Jahr auf 15 Euro steigen wird. Obwohl dies ein zentraler Punkt im Koalitionsvertrag mit der SPD ist, hält Spahn eine so schnelle Erhöhung für unwahrscheinlich.
Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union bringt bedeutende Neuerungen für das Personalwesen mit sich. Von der Fachkräftesicherung über Arbeitszeitregelungen bis hin zur Digitalisierung – die geplanten Maßnahmen haben weitreichende Auswirkungen auf HR-Abteilungen.
Michael Huwald, Geschäftsführer der Elektro Rieger GmbH in Langenhagen, setzte lange ausschließlich auf sein eigenes Team. Doch der zunehmende Fachkräftemangel zwang ihn zum Umdenken. Seit Mitte 2024 verstärken regelmäßig polnische Elektriker seinen Betrieb – eine Entscheidung, die für mehr Flexibilität sorgt und von den Mitarbeitenden positiv aufgenommen wird
Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise appelliert der Arbeitgeberverband Gesamtmetall an Union und SPD, im Koalitionsvertrag ein Sofortprogramm zur Senkung von Energiekosten, Sozialabgaben und Steuern zu verankern, um Investitionen und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.
Der Vorstand der VBG hat den Beitragsfuß für das Jahr 2024 gesenkt – dank gestiegener Entgelte in vielen Branchen und rückläufiger Unfallzahlen. Ab Mitte April erhalten Sie Ihren aktuellen Beitrags- und Vorschussbescheid.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen