In den letzten Jahren haben zahlreiche Pflegefachkräfte ihre regulären Arbeitsverhältnisse beendet und sich für die Zeitarbeit entschieden. Auf diese Weise haben sie die Möglichkeit, ihre eigenen Arbeitsbedingungen festzulegen und flexibler zu gestalten. Leiter von Pflegeheimen betrachten diesen Trend mit Besorgnis, da sie befürchten, dass der bereits bestehende Fachkräftemangel in der Pflegebranche dadurch noch weiter zunehmen wird.
Mehr Zeitarbeit durch Personalmangel, verbunden mit hohen Kosten für Fremdfirmen – die die Träger wiederum nicht erstattet bekommen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Online-Befragung zur Zeitarbeit, die die Diakonie RWL in ihrer Mitgliedschaft durchgeführt hat. Bei allen Herausforderungen gibt es aber auch Lösungsvorschläge. Bei denen kommt es auf den Gestaltungswillen der Politik an.
Wolfgang Kuttner ist ein vielseitiger Experte in der Pflegebranche, der als Hochschullehrer, Intensivfachkrankenpfleger und "Reisekrankenpfleger" in Dänemark und Norwegen tätig war. Angesichts der aktuellen Debatte über ein mögliches Verbot von Leiharbeit in der Pflege empfiehlt er, die Situation gelassen zu betrachten. Statt sich auf den Mangel an Pflegefachkräften zu konzentrieren, sollten wir die Chance nutzen, zeitgemäße Formen der Mitarbeiterbeschäftigung zu entwickeln. In diesem Meinungsbeitrag zeigt Kuttner auf, wie wir die Zukunft der Pflegebranche gestalten können.
Die Forderungen von Kliniken und Heimen nach einer Begrenzung der Zeitarbeit haben keine Resonanz gefunden. Stattdessen sollte das Arbeits- und Gesundheitsministerium NRW sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer eigentlichen Beschäftigten einsetzen.
Für kleine Unternehmen gestaltet sich die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern im internationalen Wettbewerb schwieriger als für große Konzerne. Ein aktuelles Impulspapier benennt die Herausforderungen aus Arbeitgebersicht, wie beispielsweise das Verbot von Zeitarbeit.
Der Geschäftsführer des Zeitarbeitsunternehmens Doctari, Cai-Nicolas Ziegler, sprach sich gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) dazu aus, dass die Politik Maßnahmen ergreifen müsse, um den übermäßigen Einsatz von Zeitarbeit in der Pflege zu verhindern. Er betonte jedoch auch, dass Zeitarbeit für ein funktionierendes Gesundheitssystem unerlässlich sei, da sie Lastspitzen abdecken und eine kontinuierliche Patientenversorgung sicherstellen könne. Doctari ist einer der größten Anbieter von Zeitarbeitskräften in der Gesundheitsbranche und verleiht rund 60.000 Ärzte und Pflegekräfte an Krankenhäuser.
In seinem Kommentar zur Zeitarbeit in der Pflege geht der Chefredakteur von aerzteblatt.de Michael Schmedt auf die aus seiner Sicht ungünstige Konkurrenzsituation zwischen Zeitarbeitnehmern und Festangestellten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ein. Er kann die Probleme, die Zeitarbeit in der Pflege und im medizinischen Bereich aktuell auslöst, nachvollziehen, hält aber das für diesen Bereich oft geforderte Verbot der Zeitarbeit für kontraproduktiv.
Wie wichtig ist die Personalvermittlung in Deutschland? Tatsächlich ist diese Dienstleistung sehr viel weiter verbreitet als allgemein vermutet. Das zeigt die vorliegende Studie der Lünendonk & Hossenfelder GmbH.
In der Diskussion um den Einsatz vor Zeitarbeitsbeschäftigten in der Pflege drohen die Fakten immer mehr ins Abseits zu geraten. An erster Stelle steht dabei meist das „Ausmaß“ von Personaldienstleistung in der Pflegebranche – die Bundesagentur für Arbeit stellt dazu regelmäßig fest, dass sich der Anteil der Zeitarbeitnehmer in der Pflege auf einem unauffälligen Niveau etabliert habe.
Die Durchsetzung des gesetzlichen Mindestlohn soll verbessert werden. Das soll durch eine verlässlichere Dokumentation der Arbeitszeit durchgesetzt werden. Das Bundesfinanzministerium schreibt, dass die verlässliche Aufzeichnungen wichtig für wirksame Kontrollen seien.
Martin Pohlmann, stellvertretender Direktor des oldenburgischen Landes-Caritasverbands, stellt sich im Interview mit Michael Rottmann einigen Fragen zum Thema Pflegekräfte in der Zeitarbeit. Mit großer Sorge nimmt Martin Pohlmann wahr, wie Zeitarbeitsunternehmen Pflegekräfte abwerben, um diese dann lukrativ zu überlassen. Geködert werden die Pflegekräfte mit besserem Gehalt, besseren Arbeitszeiten und teils mit einem Dienstwagen. Krankenhäuser haben derweil fast keine andere Wahl, als mitzuziehen.
Krankenpfleger Josef Hanneken vom Cloppenburger St.-Josefs-Hospital sieht das Teamgefühl auf den Stationen durch den gestiegenen Einsatz von Leiharbeitskräften gefährdet.
Der Personaldienstleister AutoVision und die IG Metall stecken aktuell in Tarifverhandlungen und bislang ist noch keine Einigung in Sicht. Die IG Metall fordert neben einem Inflationsausgleich auch ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld für Mitglieder der IG Metall. AutoVision entgegnet zusammen mit einem Angebot, dass bereits heute eine Jahresvergütung über dem Branchendurchschnitt gezahlt werde.
Der Manager des Klinikum Bad Bramstedt, Jens Ritter, schlägt neue Wege ein um seinen Personalnotstand entgegenzuwirken. Er verspricht allen neu eingestellten Pflege- und Gesundheitskräfte eine "Willkommensprämie" von einmalig 10.000 €. Die Resonanz ist groß, so haben sich in den ersten drei Wochen seitdem das Angebot gilt, bereits 30 Personen gemeldet. "So viele Bewerbungen haben wir sonst vielleicht in einem halben Jahr", so Ritter.
SPD und Grüne sind sich einig: sie wollen eine Begrenzung der Zeitarbeit im Gesundheitswesen. Unter anderem sorge die Zeitarbeit für höhere Kosten und für eine Spaltung der Belegschaft. Die FDP im Gegenzug spricht sich gegen eine Begrenzung aus – man müsse stattdessen die Attraktivität steigern.
Der Zoll hat beim Kölner Karneval Hinweise auf Verstöße gegen das Mindestlohngesetz bei privaten Sicherheitsfirmen festgestellt. Seit der Weiberfastnacht wurden 42 Sicherheitsfirmen überprüft. Sechs von diesen Firmen sollen weder Tariflöhne oder den gesetzlichen Mindestlohn gezahlt haben.
Der Fachkräftemangel im Pflegebereich ist eines der größten Probleme in der deutschen Kliniklandschaft. Verschärft wird die Lage durch die stetig zunehmende Tendenz zur Leiharbeit in der Pflege. Zum 31. Dezember 2021 waren in Deutschland insgesamt rund 25.200 Zeitarbeitnehmer im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe tätig, was in etwa 2 Prozent aller Pflegekräften entspricht, bei steigender Tendenz. Beim Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern e.V. (VPKA) sieht man diese Entwicklung äußerst kritisch.
Zum Positionspapier der Deutschen Krankenhausgesellschaft e. V. (DKG) mit der Forderung einer drastischen Beschränkung von Zeitarbeit in der Pflege sowie im ärztlichen Dienst erklärt Florian Swyter, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister e. V. (BAP): »Statt sich mit dem zahlenmäßig kleinen Phänomen der Zeitarbeit zu befassen und diese zum Sündenbock für die jahrelangen Versäumnisse in der Pflege zu machen, sollte sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft den drängenden Problemen – wie dem Fachkräftemangel – widmen. Die Steigerung der Attraktivität des Arbeitgebers Krankenhaus wäre weit vielversprechender als ein Verbot vermeintlicher Konkurrenz. Nicht eine Pflegekraft, nicht ein Arzt mehr wird durch die Einschränkung der Zeitarbeit im Gesundheitswesen am Patientenbett stehen. Zu befürchten ist, dass Ärzte und Pflegekräfte stattdessen den Patienten in Deutschland den Rücken zukehren. Ob sie nun den Rufen aus Skandinavien, Österreich oder der Schweiz folgen – Länder, die mit besseren Arbeitsbedingungen um gut ausgebildete deutsche Pflegekräfte und Ärzte werben – oder ob sie sich ganz aus dem Gesundheitswesen verabschieden, viele würden der Patientenversorgung verloren gehen. Sollte die Politik den Forderungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur Zeitarbeit folgen, würde der Fachkräftemangel noch schlimmere Auswirkungen haben – und den bundesweiten Pflegenotstand mit Sicherheit nicht lösen.«
Die Zahl der Zeitarbeitnehmer im Bundesland Sachsen-Anhalt ist in den letzten fünf Jahren stetig gesunken. Im Jahre 2018 waren noch 23.000 beschäftigte Zeitarbeitnehmer zu verzeichnen, wobei die Zahl im aktuellen Jahr auf 17.000 gesunken ist. Frau Marion Kopelke von der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt-Ost sieht zum Beispiel im Mittelstand einen Rückgang, unter anderem aufgrund der aktuell steigenden Kosten.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert entschiedene Reformen zur Begrenzung der Leiharbeit in der Pflege. Mit einem Positionspapier macht der Verband auf die zunehmenden Probleme aufmerksam, die die Leiharbeit mit sich bringt.
Die belgische Unternehmensgruppe House of HR gab heute die Unterzeichnung einer Übernahmezusage für den Hamburger Personaldienstleister pluss bekannt, der auf Personaldienstleistung im Gesundheits- und Sozialwesen spezialisiert ist. Damit wird House of HR zu einem der größten Personaldienstleister des Gesundheitssektors in Deutschland. Gemeinsam mit weiteren deutschen Zeitarbeitsunternehmen, die House of HR angehören, möchte die Unternehmensgruppe auch in der DACH-Region führend werden.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen