Nach einer Großrazzia im nordrhein-westfälischen Kleve wurden u.a. 18 Unterkünfte für Zeitarbeitnehmer kontrolliert. 17 Unterkünfte wurden im Anschluss aufgrund eklanter Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen sofort geschlossen. 75 betroffene Zeitarbeitnehmer wurden darauf in angemessenen Wohnungen untergebracht. Ziel der Aktion war es, zum einen den Schutz von Zeitarbeitnehmer sicherzustellen und zum anderen illegale Strukturen aufzudecken.
Laut der Pflegebevollmächtigten Claudia Moll, ist die Leiharbeit in der Pflege das Ergebnis von schlechten Arbeitsbedingungen. Dementsprechend will die Politik bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen ansetzen und nicht bei einem Verbot der Leiharbeit.
Im Interview berichtet die Fachkraft für Intensivpflege Bianca Kohl über ihren Wechsel in die Zeitarbeit. Sie gibt wichtige Einblicke, was sich nach der Festanstellung durch die Zeitarbeit verbessert hat und worauf es ankommt.
In der Personaldienstleistungsbranche fehlen Bewerber und Arbeitskräfte – dadurch bleiben Stellen oft unbesetzt. Dies zeigt sich auch im Abschluss des 3. Quartals 2023 im Temporärgeschäft mit einem Minus von 7,6 % gemäß Swiss Staffingindex. Bei Festanstellungen stieg der Umsatz währenddessen um 6,8 %.
„Turbo zur Arbeitsmarktintegration“ – so nennt sich der Aktionsplan vom Bundesarbeitsministerium und der Bundesagentur für Arbeit, um Flüchtlinge schneller in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Eine der Maßnahmen soll sein, dass Geflüchtete nach dem Absolvieren eines Integrationskurses mit sogenannten „Matching-Aktionen“ schneller zu Arbeitgebern finden.
Erfahrungsberichten von sozialpädagogischen Assistenten zufolge ist der Umgang mit Personal in der Zeitarbeit wesentlich besser als bei Direktanstellungen in zum Beispiel Kitas. Insbesondere die Wertschätzung sei spürbar. Zudem sei man als Zeitarbeitnehmer von Administrativem befreit und kann sich besser auf die Arbeit mit Kindern konzentrieren.
Die geplante Erhöhung des Mindestlohns für Januar sieht einen Stundenlohn von 12,41 € vor. Diese Erhöhung hat jedoch erst mal keinen Einfluss auf die monatliche Arbeitszeit von Minijobbern: Seit Oktober 2022 ist die Minijob-Verdienstgrenze an den Mindestlohn gekoppelt. Somit liegt der monatliche Verdienst bei 538 € anstelle von 520 €.
Wie eine aktuelle Umfrage von softgarden zeigt, nutzt bereits jeder fünfte Bewerber eine Künstliche Intelligenz, um das Anschreiben zu verbessern. Auch im Allgemeinen steigt die Akzeptanz von KI: 63,4 % der Befragten antworteten, dass die KI bei der Auswahl eines Bewerbers unterstützen darf – solange Recruiter die finale Entscheidung treffen.
Recruiter setzen verstärkt auf internationale Rekrutierung, um den Fachkräftemangel insbesondere in dem IT-Bereich, in der Pflege und im Handwerk zu bekämpfen. Der Personaldienstleister Humanus in Nördlingen wirbt ausländische Fachkräfte aus Osteuropa für den deutschen Arbeitsmarkt an. Für viele deutsche Betriebe ist dies ein wichtiger Service , da der Fachkräftemangel immer dringlicher wird.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil setzt sich für schnellstmögliche Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete ein. Nach Absolvierung eines Integrationskurses sollen Flüchtlinge die Chance auf Weiterqualifizierung erhalten. Zusammengerechnet stehen 400.000 Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Die Ankündigung von Arbeitsminister Heil (SPD) das Bürgergeld weiter zu eröhen an und hat einen hitzigen Streit über den Wert der Arbeit entfacht und in wieweit sich Arbeit noch lohnt. CDU-Chef Merz sieht ein Problem mit dem Lohnabstandsgebot, während die FDP bessere Anreize für Sozialleistungsbezieher fordert. Sozialverbände und auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) weisen die Kritik zurück und werfen Kritikern "Populismus" und "falsche Behauptungen" vor. Eine Erhebung der Bundesinnungsverband des Gebäudereinigerhandwerks (BIV) zeigt jetzt: jedes vierte Unternehmen im deutschen Reinigungsgewerbe kämpft mit Mitarbeiterfluktuation aufgrund des Bürgergelds.
Die politischen Parteien der Ampelkoalition und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben neue Pläne zur Verbesserung der Pflege vorgestellt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Fraktionsmitglieder der Regierungskoalition dazu aufgefordert, bessere Arbeitsbedingungen für das Stammpersonal in Krankenhäusern zu schaffen, um Zeitarbeit in der Pflege einzudämmen. Das Ziel ist es, die Pflegeberufe attraktiver zu gestalten und die Qualität der Versorgung für pflegebedürftige Menschen zu erhöhen.
„Wir begrüßen die bundesweiten Schwerpunktprüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls (FKS) in der Paketbranche. Die Kontrollen tragen signifikant dazu bei, dass die wenigen ‚schwarzen Schafe‘ in der Branche nicht den Ruf der übrigen soliden, anständigen Unternehmen schädigen. Unsere Mitgliedsunternehmen und wir setzen uns mit allen Mitteln dafür ein, dass in der gesamten Branche faire und gute Arbeitsbedingungen herrschen und unterstützen den Zoll vollumfänglich bei seinen Untersuchungen.
Über Instagram wirbt der Geschäftsführer einer Zeitarbeitsfirma aus Köln auf provokante Weise um Bewerber für sein Unternehmen. So gibt der Firmenchef vor, er würde gerade Kokain konsumieren oder startet sein Video mit einer Hitler-Parodie, um dann im Nachgang zu erklären, um was es wirklich geht. Die Kurzvideos sorgen im Netz regelmäßig für kontroverse Diskussion. Der Geschäftsführer selbst sieht keine Probleme mit den Videos. Die Reaktionen seien überweigend positiv.
Laut dem Landessozialministerium ist der Anteil der Zeitarbeitskräfte unter den Beschäftigten in der Pflege in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr auf 3,3 Prozent gestiegen. Im Jahr 2015 lag dieser Anteil noch bei 1,1 Prozent. Auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag hin gab das Landessozialministerium bekannt, dass von den rund 200.000 Beschäftigten in der Pflege im vergangenen Jahr 4.641 Personen für Zeitarbeitsunternehmen tätig waren. Etwa ein Drittel aller Pflegeeinrichtungen im Südwesten beschäftigt Zeitarbeitskräfte, die dann knapp 15 Prozent aller Pflegebeschäftigten ausmachen.
Die Regierung plant, ein Gesetz zur Stärkung der Tarifbindung einzuführen, jedoch fehlen bisher aussagekräftige Statistiken, wie eine aktuelle Studie zeigt. Arbeitgeber warnen vor einseitiger Verzerrung zulasten der Tarifautonomie.
Eine Sprecherin des Justizministeriums teilte auf Anfrage mit, dass seit dem Inkrafttreten des neuen Whistleblower-Gesetzes am 2. Juli bereits 113 Hinweise ihren Weg zur neuen externen Meldestelle des Bundes gefunden haben. Die überwiegende Mehrheit dieser Hinweise wurde über ein bequemes Online-Formular übermittelt.
Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung berichtet, dass Arbeitsbedingungen in der Paketzustellung zum Teil extrem schlecht seien. Werkverträge an Subunternehmen und Leiharbeit zu verbieten, könne dagegen helfen – und wäre rechtlich möglich. Das zeige ein neues Gutachten von Rechtswissenschaftler*innen für das Hugo-Sinzheimer-Institut (HSI) der Hans-Böckler-Stiftung.
Bis zu 800 Euro mehr Sozialabgaben für gut verdienende Arbeitnehmer im nächsten Jahr, welche aus den Eckwerten der turnusmäßigen Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung hervorgehen.
Das Unternehmen Indeed bestätigte auf Nachfrage der PersonalWirtschaft, dass ab dem 4. Oktober 2023 eine Premiumanzeige mindestens 15 Euro kostet.
Ein neuer Beschluss der Pflegelohnkommission liegt vor. Dieser besagt, dass Hilfskräften ohne Ausbildung in Pflegeheimen ab Mai 2024 ein Mindestlohn von 15,50 € und ab Juli 2025 ein Mindestlohn von 16,10 € pro Stunde zusteht. Auch Pflegekräfte mit ein- bzw. dreijähriger Ausbildung steht eine Erhöhung bevor. Arbeitgeberverbände reagieren mit Kritik auf die Erhöhung.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen