Die deutsche Wirtschaft steht der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt aufgeschlossen gegenüber. Hindernisse auf dem Weg zur Integration hemmen aktuell aber noch die Vergabe von Arbeitsplätzen an Flüchtlinge. Das belegt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die der F.A.Z. vorab vorliegt.
Die Zeitarbeits-Branche hat ihre Schwächeperiode hinter sich gelassen und wächst derzeit wieder. Von Juni 2014 bis Juni 2015 kamen knapp 50.000 Beschäftigte hinzu. Aber auch die Stammbelegschaften wachsen, ein Verdrängungswettbewerb findet also nicht statt.
Laut Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linkspartei gab es im Juni 2015 einen Höchststand an Zeitarbeitnehmern. Die Linkspartei nimmt dies zum Anlass den Gesetzentwurf zur AÜG-Reform zu kritisieren und sieht die Gefahr des Verlusts von Stammarbeitsplätzen. Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands der Personaldienstleister, Thomas Hetz, sieht die Ursache des Höchstandes dagegen in der gestiegenen Gesamtbeschäftigung. Die Arbeitgeber befürchten indessen hohe Bürokratiekosten durch die Umsetzung des Gesetzentwurfs.
Die Pflegebranche leidet an akutem Fachkräftemangel. Um die dringend benötigten Stellen zu besetzen, werden vermehrt Zeitarbeitskräfte eingestellt. Welche Folgen das hat zeigt dieser Videobeitrag des MDR.
Ende 2015 arbeiteten 156 Piloten in Deutschland als Leiharbeitnehmer. Das schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (18/9329) auf eine Kleine Anfrage (18/9225) der Fraktion Die Linke. Darin hatte sich die Fraktion nach den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im deutschen Luftverkehr erkundigt. Die Bundesregierung verteidigt in ihrer Antwort außerdem das Tarifeinheitsgesetz.
In diesem Interview der WAZ zieht BDI-Präsident Ulrich Grillo einer erste kritische Bilanz seit der Öffnung der Grenze für Flüchtlinge. Er wünscht sich unter anderem ein mutigeres Vorgehen in der Integrationspolitik. Er halte es für sehr sinnvoll, das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit vollständig auszusetzen.
Die Arbeitgeber fordern von der Bundesregierung weitere Schritte zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Insbesondere die Zeitarbeit könne hier einen wichtigen Beitrag leisten und vor allem ungelernten Arbeitskräften helfen im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das aktuelle Beschäftigungsverbot wirke hier kontraproduktiv.
Die AÜG-Reform hat jetzt offenbar auch direkte Folgen für den Bundestag. Dort, wo sich Abgeordnete für faire Löhne starkmachen, werden in der Parlamentsverwaltung Zeitarbeiter für Schreibarbeiten aktuell zu wesentlich niedrigeren Löhnen beschäftigt, als diese bei einer Festanstellung verdienen würden. Gegen diese Vorgehensweise regen sich jetzt die ersten kritischen Stimmen.
Ralf Stoffels, Firmenchef der Biw in Ennepetal und Vizepräsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), fordert bei dem Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf den Abbau bürokratischer Hürden für die Anträge auf Beschäftigung eines Flüchtlings. "Das die Anträge auf Beschäftigung eines Flüchtlings bis zu einem halben Jahr dauere, ist nicht nachvollziehbar", so Stoffels, der momentan drei Asylbewerber aus Afghanistan, Bangladesh und Eritrea beschäftigt.
Volker Enkerts, Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), im BAP-Serieninterview „Drei Fragen an…“
Die Beschäftigung von ca. 40 Leiharbeitnehmern, die für Aufräumarbeiten über ein Subunternehmen nach dem schwerwiegenden Brand im März eingestellt worden seien, soll der Grund für die eingereichte Klage beim Arbeitsgericht Oldenburg sein. Der Betriebsrat spricht von Behinderung seiner Arbeit, da er dazu nicht wie vorgeschrieben angehört wurde.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erteilte im Rahmen der sogenannten Vorrangprüfung rund 41.800 Asylbewerbern und geduldeten Flüchtlingen eine Arbeitserlaubnis. Die BA hat damit bereits jetzt ca.2500 mehr Arbeitserlaubnisse erteilt, als im gesamten vorigen Jahr. Abgelehnt wurden seit Jahresanfang ca. 12.000 Anträge. Im Jahr 2015 waren es insgesamt rund 16.500.
In Deutschland sind nach einer IAB-Analyse fast eine Millionen Stellen unbesetzt. Besonders die Nachfrage nach Lehrkräften und Erziehern ist stark gestiegen. Arbeitsmarktforscher führen das auf den höheren Bedarf durch die Zuwanderung von Flüchtlingen zurück.
Beim Personalvermittler Adecco stehen trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten die Zeichen auf Wachstum. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um zwei Prozent und der Überschuss um sieben Prozent. Adecco liegt mit diesem Ergebnis vor den Erwartungen der Analysten.
Die niederländische Firma Randstadt übernimmt das Stellenportal Monster für 429 Mio. Dollar. Randstad stärkt damit die eigene Position in den USA und erhält Zugriff auf eine etablierte Technologie-Plattform.
Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) spricht sich die Antidiskriminierungsstelle des Bundes für eine Reform des Gesetzes aus. Sie stützt sich dabei auf Ergebnisse eines unabhängigen Evaluierungsgremiums. Demnach müssten Schutzlücken geschlossen werden, damit Menschen wirksamer gegen Diskriminierung vorgehen können.
Auf dem 38. Soziologie-Kongress an der Universität Bamberg sieht der Soziologe Olaf Struck die Gefahr, das durch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes soziale Ungleichheit verstärkt werde. Der Zeitarbeitsbranche empfiehlt er, Zeitarbeitnehmer in Zeiten des Nichteinsatzes durch Weiterbildungen zu fördern, um diesem Effekt entgegenzuwirken.
In einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 28.07.2016 werden Bewerbungen als rechtmissbräulich eingestuft, wenn diese nur den Zweck haben, wegen angeblicher Diskriminierungen im Bewerbungsverfahren nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) entschädigt zu werden. Diesem in der Vergangenheit gehäuft aufgetretenen Vorgehen sogenannter "AGG-Hopper" wird damit ein Ende gesetzt.
Sich online zu bewerben ist inzwischen Standard, aber der Aufwand für eine Bewerbung ist für Jobsuchende weiterhin hoch. 40 Prozent der Deutschen würden sich häufiger bewerben, wenn die Bewerbungsverfahren schneller und einfacher wären. Das zeigt die Studie „Jobwechsel 2016“ der ManpowerGroup Deutschland, für die im Juli 1.025 Bundesbürger befragt wurden. Die Nutzung neuer Kanäle wie Bewerbungs-Apps, die Job und Nutzer komfortabler zusammen bringen, könnte Abhilfe schaffen. 20 Prozent der Befragten stehen der Nutzung einer solchen App offen gegenüber.
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Juli zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) legte um 0,4 auf jetzt 103,2 Punkte zu. Sowohl die Aussichten für die Beschäftigung als auch für die Arbeitslosigkeit verbessern sich.
Betriebsratschef des Autobauers Daimler, Michael Brecht, plant mehr Mitbestimmung des Betriebsrats bei der Vergabe von Werkverträge durchzusetzen. Ein erster Anlauf zur Einführung eines Mitbestspracherecht bei Daimler war 2013 gescheitert. Brecht will sich nicht auf den Gesetzgeber verlassen, sondern erreichen, dass die Branchen sich hier selbst organisiert.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen