Am 1. und 2. Oktober trafen sich die deutschsprachigen Verbände der Personaldienstleister zu einem Vernetzungstreffen in Wien. Ziel war, die Branche durch einen grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch zu stärken und gleichzeitig über die unterschiedlichen Situationen in den betreffenden Ländern zu diskutieren. Insbesondere ging es dabei um die unterschiedlichen Marktstrukturen und rechtlichen Voraussetzungen.
Laut der IG Metall werden immer noch zuviele Arbeiten zu Lasten der Stammarbeitsplätze an externe Dienstleister vergeben. Zudem seien die Arbeitsbedingungen und Entlohnung von Arbeitnehmern mit Werk- oder Zeitarbeitsvertrag weiterhin schlechter als die der Stammbelegschaft. Sie beruft sich dabei auf eine Umfrage unter 3600 Betriebsratsvorsitzenden und Vertrauensleuten. Aus Ihrer Sicht greift die Regulierung der Zeitarbeit zu kurz und im Bereich der Werkverträge erfordere es eine noch weitergehende Regulierung. Die Zeitarbeitsbranche setzt sich zur Wehr. Die Tarifverträge in der Zeitarbeit würden für eine faire Bezahlung sorgen und als Integrationsmotor für Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose sei die Zeitarbeit sehr wertvoll.
Laut einer IHK-Umfrage wird in Südwestsachsen jeder fünfte Zeitarbeitnehmer in eine Festanstellung übernommen. Das ist ein wesentlich höherer Wert als in bundesweiten Studien verzeichnet wird. Die Zeitarbeitsbranche sieht hierin den sogenannten Klebeeffekt bestätigt und sich selbst als wichtigen Integrationsmotor für den Arbeitsmarkt. Der deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert dagegen, dass über die Hälfte der Zeitarbeitnehmer bereits nach 3 Monaten ausgetauscht werden.
In seinem Kommentar für das Handelsblatt schreibt der Autor Frank Specht, dass Zeitarbeit nicht von vornherein in schlechtes Licht gerückt werden sollte. Die Zeitarbeit trägt zur Integration von Geflüchteten bei und bietet vor allem für Höherqualifizierte interessante Vorteile. Aus seiner Sicht schade man den Zeitarbeitnehmern und den Unternehmen, wenn man Zeitarbeit weiterhin grundlos als prekäre Beschäftigung brandmarke.
In diesem Jahr ist der Kurs der Adecco Aktie um rund 30 Prozent gefallen und ist damit Schlusslich im Schweizer Leitindex SMI. Gründe dafür sehen Analysten in der Verlangsamung der Konjunktur und der schlechten Perfomance des Konzerns in einigen für den Markt wichtigen Ländern wie der USA oder Großbritannien. In Deutschland bremse vor allem die schleppende Integration des übernommenen Zeitarbeitsunternehmens Tuja die Entwicklung. Lobend heben die Analysten Adeccos zukunftsweisende Digitalisierungs-Projekte hervor.
Aufgrund besserer Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Vergleich zu Stammbeschäftigten, wählen Pflegekräfte immer häufiger die Zeitarbeit. In diesem Artikel schildern zwei ehemalige Stammbeschäftigte die Vor- und Nachteile der Zeitarbeit in der Pflegebranche, sowohl für sie selbst als auch die pflegebedürftigen Patienten.
In Deutschland sind 2,8 Prozent der Beschäftigten als Zeitarbeitnehmer tätig, die meisten in den Bereichen Verkehr, Logistik und in der metallverarbeitenden Industrie. Auch in der Region rund um Heidelberg setzten große Unternehmen auf Zeitarbeit. In diesem Artikel nennen einige dieser Unternehmen konkrete Zahlen und Gründe für den Einsatz von Zeitarbeitnehmern.
Die Ergebnisse einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom deuten darauf hin, dass die Umsetzung der DSGVO seit Mai keinen nennenswerten Fortschritt gemacht hat. Weiterhin hätten weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen die DSGVO vollständig umgesetzt. Auch die Zahl der Unternehmen, die noch Lücken in der Umsetzung haben, habe sich nicht verändert. Datenschützer sehen diese Entwicklung mit Sorge und warnen die Unternehmen davor, in Gleichgültigkeit zu verfallen. Am meisten Probleme bei der Umsetzung der DSGVO machen laut Umfrage die Rechtsunsicherheiten und der schwer abzuschätzende Gesamtaufwand.
expertum kann nach dem erfolgreichen Halbjahresergebnis einen weiteren Erfolg verzeichnen. Zur Freude aller Beteiligten haben sich das familiengeführte Unternehmen ASAP, das bereits über 80 Standorte in Belgien zählt, und der in Deutschland stark aufgestellte Personaldienstleister expertum zu einer Partnerschaft entschlossen. Dafür übernimmt ASAP 100 % der Anteile der expertum Gruppe. In ihren Bestrebungen sich international aufzustellen macht die Unternehmensgruppe ASAP damit ihren ersten Schritt über die eigenen Landesgrenzen hinaus. Auch für expertum ist dies ein bedeutender Schritt: „Mit ihrer Akquisition stärkt ASAP die expertum Gruppe, indem sie uns in unserem bereits sehr erfreulichen Wachstum unterstützt und den organischen Aufbau weiter vorantreibt“, so Jörg Stehr, Geschäftsführer bei expertum.
Am 11. und 12. September hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) bundesweit Kontrollen mit Schwerpunkt auf dem Mindestlohn durchgeführt. Dabei wurden in jedem zehnten Unternehmen Auffälligkeiten verzeichnet. In insgesamt 351 von 3300 Verdachtsfällen wurden direkt Ermittlungen eingeleitet – davon 172 aufgrund von Verstößen gegen den Mindestlohn.
Wie der Vareler Flugzeugzulieferer Premium Aerotec mitteilte, werden 90 der momentan 180 im Werk beschäftigten Zeitarbeitnehmer fest in die Stammbelegschaft übernommen. Hintergrund sei die Begrenzung der Überlassungshöchstdauer auf 18 Monate, die die nötige Flexibilität zukünftig erschwert. Hier müssten andere Lösungen gefunden werden.
Das Arbeitsgericht München hat in einem aktuell noch nicht rechtskräftigen Urteil bestimmt, das BMW in drei Fällen Werkvertragsmitarbeiter in die Stammbelegschaft übernehmen und Löhne und Rentenversicherungsbeiträge nachzahlen müsse. Das Gericht entschied, dass es sich beim dem Werkvertrag, dass das Unternehmen mit dem Dienstleister KMF Messe- und Fuhrparkservice geschlossen hatte, um illegale Arbeitnehmerüberlassung handelt.
In ihrer regelmäßigen „Kleinen Anfrage“ erkundigte sich die Fraktion „Die Linke“ auch in diesem Jahr wieder bei der Bundesregierung nach den aktuellen Entwicklungen in der Zeitarbeitsbranche. „Um die Antworten nebst Zahlenwerk korrekt und fair beurteilen zu können, muss man die Besonderheiten der Branche schon etwas genauer kennen“, erklärt Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ).
Laut des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, dass die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland von 2007 bis 2017 um 43 Prozent gestiegen ist. Nach Beendigung eines Zeitarbeitsverhältnisse fanden im zweiten Halbjahr 2017 60 Prozent einen neuen Job – 40 Prozent davon wieder in der Zeitarbeit. 40 Prozent hatten nach 90 Tagen noch nicht wieder zurück in ein Arbeitsverhältnis gefunden.
Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e.V. (BAP), erklärt zu den von der Linken-Abgeordneten Susanne Ferschl verbreiteten Zahlen zur Zeitarbeit: „Die Bundestagsfraktion der Linken hat mit den Äußerungen von Frau Ferschl einmal mehr Daten aus einer Bundestagsanfrage durchgestochen und sich dabei, wie schon so oft in den letzten Jahren, nur die Zahlen herausgepickt, die die Zeitarbeit in denkbar schlechtem Licht erscheinen lassen. Daraus folgert die Linke dann wieder fadenscheinend die alte Mär, dass ‚diese Form der Arbeit keine Zukunftsperspektive‘ bietet."
Laut der jährlichen Umfrage von InterNations, an der sich sich weltweit rund 18.100 sogenannte Expats beteiligten, gehört Deutschland von 68 Ländern zu den drei Ländern, in denen ausländische Fachkräfte die meisten Anpassungschwierigkeiten haben. Im Gesamtranking der Attraktivität für Expats sackt Deutschland damit auf Platz 36 ab. Im Jahr 2014 lag es noch auf Platz 12.
Laut einer Umfrage der IG Metall Küste liegt der Anteil an Zeitarbeitnehmer weiterhin bei 12 Prozent. Aus Sicht der Gewerkschaft ist dieser Wert zu hoch. Da zudem auch die Anzahl an Werkverträgen weiter ansteige, befürchte man eine Verdrängung von Stammbeschäftigten durch Zeitarbeit und Werkverträge.
Am 1. April 2017 trat die AÜG-Reform in Kraft. Das erklärt Ziel war es Mißbrauch in der Zeitarbeit zu verhindern und den Zeitarbeitnehmern eine faire Entlohnung, bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Chance auf Festanstellung zu sichern. Das Fazit im Artikel der Zeitung "Schwäbisches Tagblatt" kommt aber zu dem Schluss, dass die Neuregelungen im Ganzen eher negative Folgen für die meisten Zeitarbeitnehmer nach sich ziehen.
Gerald Beinlich ist ehemaliger Unternehmensberater und einer von 150 Willkommenslotsen in Deutschland, die Flüchtlinge mit passenden Firmen zusammenzubringen und beiden Parteien beratend zur Seite stehen. Im Interview mit der ZEIT beschreibt er den aktuellen Integrationsstand von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt und welche Hürden es in der täglichen Praxis zu bewältigen gilt.
Herwarth Brune, Deutschland-Chef von Manpower, beantwortet im Interview mit der "Westfälische Rundschau" Fragen zu Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und den neuen Aufgaben und Herausforderungen der Zeitarbeit.
Generell nimmt die Fluktuation der Mitarbeiter dann zu, wenn die Lage am Arbeitsmarkt gut ist. Dies bekamen die Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlich zu spüren. Wie viele Stellen innerhalb eines Jahres neu besetzt werden müssen, unterscheidet sich allerdings auch von Branche zu Branche erheblich.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen