Nach etlichen Jahren mit teilweise rasant steigenden Umsätzen musste die Zeitarbeitsbranche im zurückliegenden Jahr 2018 einen Dämpfer hinnehmen. Die führenden 25 Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen steigerten den Umsatz um lediglich 2,1 Prozent, wie aus der aktuellen Umfrage der Marktforschungsgesellschaft Lünendonk hervorgeht.

Als Ursachen für diese Entwicklung gelten:

  1. die Auswirkungen der AÜG-Reform mit Equal Pay nach 9 Monaten Einsatzdauer sowie der Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten,
  2. die „leergefegten“ regionalen Arbeitsmärkte und
  3. die schwächelnde Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte, vor allem in der Automobilbranche.

Es gibt allerdings auch gegenläufige Effekte. So führt die AÜG-Reform dazu, dass Experten wie bspw. hochspezialisierte IT-Fachleute bei den Kunden weder als Selbständige (Freelancer) noch auf Grundlage von Werkverträgen sondern wegen der größeren Rechtssicherheit im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung eingesetzt werden.

Für die Geschäftsjahre ab 2020 zeigen sich die Unternehmen wieder optimistischer. Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfleder GmbH, schätzt die Lage daher als eine „vorübergehende Wachstumsdelle“ ein.

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Britta Beeger, Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) greift die aktuelle Umfrage in der Zeitarbeitsbranche auf und setzt sich zudem mit dem Personalmangel als langfristige Herausforderung für die Personaldienstleister auseinander. In der Printausgabe der F.A.Z. vom 21.05.2019 lautet die Schlagzeile: „Eine Zahnzusatzversicherung für Zeitarbeitskräfte“. Das mittelständische Unternehmen Franz & Wach habe sich über freiwillige Zusatzleistungen, wie zusätzliche Urlaubstage, Mitgliedschaften im Fitnessstudio oder eigenen Fahrdienst für die externen Mitarbeiter hinaus als ungewöhnliches Extra die Zahnarztzusatzversicherung ausgedacht. Denn die würden sich viele Zeitarbeitskräfte trotz teils guter Verdienste selbst nicht leisten, sagt Geschäftsführer Andreas Nusko.

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