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| 23.02.2007 | IG Metall erhöht den Druck auf die Zeitarbeitsbranche | ||
Die Gefechtslage in der Tarifpartnerschaft zwischen den DGB-Gewerkschaften einerseits und BZA sowie iGZ andererseits ist angespannt. Konkret fordert die Gewerkschaftsseite in Gesprächen mit dem BZA in punkto reduzierte Ost-Tarifentgelte eine Absenkung auf 6,5 Prozent ab dem 1. Juli 2007. In den anstehenden Verhandlungsterminen mit den iGZ-Vertretern am 6. und 27. März 2007 will die IG Metall darüber hinaus eine fünfprozentige Erhöhung aller Tarifentgelte (EG 1 - EG 9) sowie eine tabellenwirksame Vorweganhebung jeder Entgeltgruppe von 60,- Euro rückwirkend zum 1. Januar 2007 fordern (Quelle: www.igmetall-zoom-de). Zudem sind Funktionäre und Organisationseinheiten der IG Metall sehr aktiv. So wurde beispielsweise die Kampagne „Zeitarbeit – Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ gestartet und Armin Schild, Chef des IG Metall-Bezirks Frankfurt, äußerte in einem Interview mit der „WELT“: „… Im Sommer startet ein Projekt, das sicherstellen soll, dass auch Zeitarbeiter nach Tarifvertrag entlohnt und von unseren Betriebsräten vertreten werden…“ (erschienen am 07.02.2007). Armin Schild spricht hier von der Entlohnung nach den Kundentarifverträgen, wie beispielsweise bei AIRBUS Deutschland ab dem vierten Einsatzmonat. Der IG Metall-Bezirk Küste ging sogar noch einen Schritt weiter: Er forderte am 22. Februar 2007 nicht nur 6,5 Prozent mehr Lohn, sondern will in den anstehenden Tarifverhandlungen „Leiharbeit“ zum Thema machen. IG Metall als Judas? Der Geschäftsführer der Personalwissen.de Limited, Gerd Bauer, titulierte die IG Metall als „Judas“ in den DGB-Reihen. Er vertritt die Ansicht, dass die IG Metall als Partner der DGB-Tarifgemeinschaft für den Zeitarbeitsbereich ausscheiden müsse, weil sie den gesetzlichen Gleichstellungsgrundsatz („Equal Pay“ und „Equal Treatment“) fordere und sich somit von der bisherigen Tarifpolitik deutlich abwende. „Will die Arbeitgeberseite, d. h. die Zeitarbeitsverbände iGZ e. V. und BZA e. V. noch glaubhaft bleiben und sich nicht lächerlich machen“, so fordert Gerd Bauer, „können mit einem derartigen ,Judas’ in den Reihen ihres Tarifpartners keine Tarifverhandlungen mehr geführt werden.“ Dazu möchte ich Folgendes anmerken: Die IG Metall hat nie einen Hehl aus ihrer Zielvorstellung gemacht. Bereits vor drei Jahren haben die Gewerkschaftsfunktionäre das Motto verkündet „Zeitarbeit gestalten – Ziel bleibt Equal Treatment“. Im Ringen um Tarifverträge haben Maximal-Forderungen schon immer zur Tagesordnung gehört. Tarifpartner in den Medien durch martialische Begriffe zu diffamieren, bringt strategisch die Unternehmer nicht voran. Unternehmer benötigen in der Zeitarbeit unverändert die Tarifpluralität. Die DGB-Tarifgemeinschaft ohne die mächtigste und größte Einzelgewerkschaft IG Metall würde das Ende der DGB-Zeitarbeits-Flächentarife bedeuten. Und damit ist keinem gedient! |
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03.09.2010
06.09.2010