Boom der Zeitarbeit IG Metall distanziert sich von DGB-Tarifverträgen
Die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt, der rasante Rückgang der monatlichen Arbeitslosenzahlen, hat selbst die Skeptiker inzwischen verstummen lassen.
Nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit entfallen rund 35% der neu geschaffenen Stellen – ca. 132.000 – auf Zeitarbeitsunternehmen. Aktuelle statistische Daten über die arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Zeitarbeit sind nach wie vor rar. Gesicherte Daten gibt es nur bis Jahresende 2005 – siehe Rundschreiben vom 10.08.2006 –. Nach Schätzungen von Insidern haben die Personaldienstleister im Kalenderjahr 2006 500.000 externe Mitarbeiter beschäftigt.
In den Medien beklagt die IG Metall ein „Ausufern“ der Zeitarbeit. IG-Metall-Chef Jürgen Peters kritisierte am Mittwochabend in den Tagesthemen, dass viele Firmen keine Arbeitskräfte mehr einstellen sondern statt dessen auf Leiharbeiter zurückgriffen.
Gegenüber der Berliner Zeitung (Dienstagsausgabe) sagte Detlef Wetzel, Chef des mitgliederstärksten IG Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, in dem Jahr 2003 seien die Gewerkschaften davon ausgegangen, dass die ehemalige Schmuddelbranche mit einem Tarifvertrag eine bessere, geordnete Entwicklung nehmen würde. „Das hat sich als Fehleinschätzung erwiesen. Trotz Tarif bringt die Zeitarbeit Lohnkonkurrenz in die Betriebe“, sagte Detlef Wetzel. Bei BMW in Leipzig sei bereits ein Drittel der Beschäftigten Zeitarbeiter. Diese Entwicklung untergrabe alle Tarifstandards in der Metallbranche. Die IG Metall müsse durchsetzen, dass in den Betrieben gleiche Arbeit auch gleich bezahlt wird.
Die entsprechenden Pressemeldungen finden Sie auf unserer Website unter der Rubrik Pressespiegel.