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22.09.2006 IAB legt neue Studie zur Zeitarbeit vor
 

Mit der Flexibilisierung des Arbeitnehmerüberlassungsrechts wurden die Beschäftigungsverhältnisse der Leiharbeitnehmer immer kürzer, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die Deregulierung habe aber auch positive Effekte: Arbeitslose erhalten häufiger die Gelegenheit zu einer Erwerbstätigkeit in der Zeitarbeitsbranche.

Allerdings ist die Leiharbeitsquote - die Zahl der Leiharbeitnehmer im Verhältnis zu allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigen - nach wie vor niedrig. Im Jahr 2005 lag sie bei 1,7 Prozent.
Erst wenn man die Dynamik der Branche berücksichtigt, wird die Bedeutung der Zeitarbeit deutlich; im Jahr 2005 wurden 738.000 neue Leiharbeitsverhältnisse geschlossen und 724.000 beendet.

Die Beschäftigungsdauer in der Zeitarbeitsbranche streut breit. Es gibt viele Leiharbeitnehmer, die nur wenige Tage beschäftigt sind. Doch finden sich auch Leiharbeiter, die über mehrere Jahre bei einem Zeitarbeitsunternehmen tätig sind. Im Jahr 2003 standen etwa 65 Prozent der Leiharbeiter nach einem Monat noch im gleichen Arbeitsverhältnis. Nach zwei Monaten waren es nur noch rund 50 Prozent und nach sechs Monaten 25 Prozent. Nur 13 Prozent aller Leiharbeiter waren ein Jahr oder länger ununterbrochen beim selben Zeitarbeitsunternehmen tätig.

Die Befürchtung, dass Unternehmen systematisch reguläre Arbeitskräfte durch Leiharbeiter ersetzen, wird durch die IAB-Studie nicht bestätigt. Lange Arbeitsverhältnisse sind selten - und nur sie wären geeignet, reguläres Personal zu ersetzen.

Immer häufiger erhalten Arbeitslose - wenn auch meist nur für kurze Zeit - die Gelegenheit zu einer Erwerbstätigkeit in der Zeitarbeitsbranche. Nur ein Teil fällt im Anschluss in die Arbeitslosigkeit zurück.

Dennoch zieht die IAB-Studie eine zwiespältige Bilanz der wiederholten Flexibilisierung des Arbeitnehmerüberlassungsrechts in den vergangenen Jahren; das dadurch erzielte Beschäftigungswachstum in der Zeitarbeitsbranche sei mit einer Verkürzung der Beschäftigungsdauer einhergegangen. "Der Beschäftigungsgewinn ist anscheinend nur um den Preis einer geringeren Beschäftigungsstabilität zu haben", lautet das Fazit der Nürnberger Arbeitsmarktforscher.

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>> IAB Studie <<

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