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09.06.2005 Neue Studie: Zeitarbeit verdrängt reguläre Beschäftigung
Geringer „Klebeeffekt“
 

In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) auszugsweise über eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die Studie mit dem Titel

„Leiharbeit 2004: Hohe Erwartungen, in der Praxis kaum realisierbar“

erstellte das IAB, das der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit angegliedert ist, im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung und basiert u. a. auf folgenden Daten:

1.       Pilotstudie des IAB

2.       repräsentative Arbeitgeberbefragung in mehr als 15.000 Betrieben

3.       80 Fallstudien 2004

„Das ist eine erste repräsentative Untersuchung zu diesen Themen“, sagte der Verfasser der Studie, Markus Promberger gegenüber der FTD, und weiter:

„Die Arbeitsmarktwirkung der Zeitarbeit ist nicht eindeutig positiv".

Hier einige wesentliche Erkenntnisse:

1.       Zeitarbeit verdrängt in einem Viertel der Betriebe, die Leiharbeitnehmer einsetzen, reguläre Angestellte.

2.       Im untersuchten Zeitraum von 1998 bis 2003 haben zwei Drittel der entleihenden Betriebe die Nutzung von Zeitarbeit wieder eingestellt oder reduziert.

3.       Fünf Prozent der Betriebe, die Leiharbeit einsetzten, organisierten laut Studie ihr Wachstum "teilweise oder ausschließlich über Leiharbeit, bei wachsender oder konstanter regulärer Beschäftigung.

4.       Auch der so genannte "Klebeeffekt" sei relativ gering. 2003 seien nur 12 Prozent aller Zeitarbeiter übernommen worden, ergaben Hochrechnungen der IAB-Forscher.

5.       Ein mittelbarer Klebeeffekt mit Brückenfunktion von 40 Prozent - Zeitarbeiter, die in einem völlig anderen Unternehmen einen festen Job fanden - sei "utopisch".

6.       Tatsächlich lag der Effekt nach Schätzungen des IAB 2003 aber höchstens bei 31 Prozent. "Der Beitrag der Leiharbeit zum Übergang in reguläre Beschäftigung ist nicht allzu groß", so das Institut.

7.       Der Klebeeffekt der PSA-Beschäftigten im Einsatzbetrieb lag bei nur 11 Prozent.

Zum Klebeeffekt heißt es weiter:

„Zwar wechselten vier von zehn Beschäftigten in reguläre Beschäftigung. "Doch die Fallstudien unseres Projektes zeigen, dass dahinter durchaus ein Wechsel in eine andere oder in dieselbe Leiharbeitsfirma stecken kann." Mit anderen Worten: Zeitarbeitsfirmen setzen Arbeitslose ein, beziehen dafür die Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit - und übernehmen sie nach Auslaufen der Zuschüsse selbst.“

Kurz- wie Langfassung der Studie sollen im Herbst veröffentlicht werden.

Die Kurzdarstellung ausgewählter Ergebnisse des Projekts "Leiharbeit im Betrieb: Strukturen, Kontexte und Handhabung einer atypischen Beschäftigungsform", gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, ist auf unserer Website "Fachliteratur" im Kundenbereich zum Download eingestellt.

Den kompletten FTD-Beitrag lesen Sie auf unserer Website „Pressespiegel“.

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